Reinraumtechnik in der Arztpraxis kostet je nach Reinraumklasse und Ausstattungsumfang zwischen 5.000 und 80.000 Euro für die Ersteinrichtung; laufende Wartungskosten liegen bei 2.000 bis 10.000 Euro jährlich.
Arztpraxen mit ambulanten Operationen oder Medizinprodukteaufbereitung benötigen Reinraumbereiche nach KRINKO-Richtlinien und MDR. Einfache Aufbereitungsräume kosten ab 5.000 Euro; vollständige Reinrauminstallationen mit Lüftungsanlage und Schleuse 30.000 bis 80.000 Euro.
Hintergrund
Die Anforderungen an Hygiene und Reinraumtechnik in Arztpraxen ergeben sich aus der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), der KRINKO-Empfehlung des RKI und den Hygienestandards der Gesundheitsämter. Praxen mit folgenden Tätigkeiten benötigen Reinraumtechnik:
- Ambulante Operationen: Lüftungsanlage mit HEPA-Filtration; ISO-Klasse 7 bis 5 je nach Eingriff.
- Sterilgutaufbereitung (ZSVA): Autoklavierkammer plus validierter Aufbereitungsraum; 15.000 bis 40.000 Euro.
- Aufbereitungsräume für Endoskope: Besondere Desinfektions- und Trocknungsanforderungen; 10.000 bis 25.000 Euro.
Laufende Kosten entstehen durch jährliche Wartung, Filterwechsel, Validierungsaudits (ca. 2.000 bis 4.000 Euro/Jahr) und Personalschulung (500 bis 1.000 Euro/Jahr).
Wann gilt das nicht?
Reine konservative Praxen ohne invasive Eingriffe oder Medizinprodukteaufbereitung benötigen keine Reinraumtechnik; die normalen Hygieneanforderungen nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 36 IfSG) sind hier ausreichend.
Ärzteversichert empfiehlt Praxen mit Reinrauminstallationen, ihre Sachversicherung (Inventar, Geräte) und Betriebsunterbrechungsversicherung entsprechend anzupassen.
Quellen
- Bundesärztekammer – Hygiene und Infektionsschutz
- Bundesministerium für Gesundheit – MDR und Medizinprodukte
- GDV – Gewerbeversicherung
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