Die Rentenlücke bei Ärzten beträgt typischerweise 1.500 bis 4.000 Euro monatlich, also die Differenz zwischen erwarteter Versorgungswerksrente und dem im Ruhestand angestrebten Nettoeinkommensniveau.
Ärzte erzielen im Berufsleben überdurchschnittliche Einkommen; die Versorgungswerksrente nach 35 bis 40 Beitragsjahren liegt häufig bei 3.000 bis 5.000 Euro monatlich. Da das angestrebte Ruhestandseinkommen 70 bis 80 % des letzten Nettogehalts umfassen sollte, entsteht eine Lücke von 1.500 bis 4.000 Euro, die durch private Vorsorge geschlossen werden muss.
Hintergrund
Die Rentenlücke entsteht aus dem Unterschied zwischen den Leistungen der Pflichtversorgung (Versorgungswerk oder GRV) und dem benötigten Alterseinkommen. Berechnung der Lücke:
- Schritt 1 – Versorgungswerksrente ermitteln: Aus der jährlichen Standmitteilung des Versorgungswerks; typisch 3.000 bis 5.000 Euro/Monat nach 35 Jahren Beitragszahlung.
- Schritt 2 – Einkommensbedarf kalkulieren: 70 % des letzten Nettogehalts als Orientierung; bei 6.000 Euro netto wären das 4.200 Euro Ruhestandseinkommen.
- Schritt 3 – Lücke berechnen: 4.200 Euro minus 3.500 Euro Versorgungswerk = 700 Euro monatlich; bei höherem Einkommensniveau entsprechend mehr.
- Schritt 4 – Kapitalbedarfsrechnung: 700 Euro monatliche Zusatzrente über 20 Jahre (Rentendauer) entsprechen einem Kapitalstock von rund 150.000 Euro (bei 3 % Rendite).
Maßnahmen zur Schließung der Lücke: Rürup-Rente, private Rentenversicherung, fondsgebundene Anlageformen, Immobilien.
Wann gilt das nicht?
Ärzte mit umfangreichem privatem Vermögen oder hohen Immobilieneinkünften im Ruhestand haben eine geringere oder keine Rentenlücke. Angestellte Ärzte mit GRV-Ansprüchen haben eine andere Lückenberechnung als Versorgungswerks-Mitglieder.
Ärzteversichert bietet Medizinern eine individuelle Versorgungslückenanalyse an, um zielgerichtet die richtigen Vorsorgeprodukte auszuwählen.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung – Vorsorgeplanung
- Bundesärztekammer – Versorgungswerke
- Bundesministerium der Finanzen – Altersvorsorge
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