Ein Robo-Advisor kostet Ärzte als Anlageform 0,25 bis 1,5 % des verwalteten Vermögens jährlich; hinzu kommen Produkt-Kosten der eingesetzten ETFs von 0,10 bis 0,30 % jährlich.
Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwaltungsplattformen, die auf Basis von Risikofragebögen ein ETF-Portfolio zusammenstellen und automatisch verwalten. Gesamtkosten (Verwaltungsgebühr plus ETF-Kosten) liegen bei 0,4 bis 1,8 % des Anlagebetrags jährlich; bei 100.000 Euro Anlage also 400 bis 1.800 Euro pro Jahr.
Hintergrund
Für Ärzte mit wenig Zeit für aktives Portfoliomanagement bieten Robo-Advisor eine kostengünstige Alternative zur klassischen Vermögensverwaltung. Wichtige Kennzahlen:
- Verwaltungsgebühren: 0,25 bis 0,75 % jährlich (z. B. Scalable Capital, Quirion, Whitebox).
- Produktkosten (TER der eingesetzten ETFs): 0,10 bis 0,30 % jährlich.
- Gesamtkostenquote (TGA): 0,4 bis 1,0 % jährlich je nach Anbieter.
- Mindestanlage: 1.000 bis 10.000 Euro, je nach Plattform.
- Steuern: Kapitalertragsteuer 25 % plus Solidaritätszuschlag auf Erträge; Verlustverrechnung automatisch durch Anbieter; Jahressteuerbescheinigung für die Steuererklärung.
Im Vergleich: Ein aktiv verwaltetes Depot bei einer Bank kostet 1 bis 2 % jährlich; ein unabhängiger Vermögensverwalter 0,5 bis 1,5 % (ab ca. 500.000 Euro Mindestanlage). Der Robo-Advisor bietet gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für mittlere Anlagesummen (50.000 bis 300.000 Euro).
Wann gilt das nicht?
Bei sehr großen Vermögen (über 500.000 Euro) ist ein unabhängiger Vermögensverwalter oft kostengünstiger. Ärzte, die steueroptimierte Strukturen (z. B. über eine Holding-GmbH) nutzen wollen, benötigen eine individuelle Vermögensverwaltung, nicht einen Robo-Advisor.
Ärzteversichert empfiehlt, Robo-Advisor als Teil eines diversifizierten Gesamtkonzepts zu betrachten und nicht als Ersatz für eine strukturierte Finanzplanung.
Quellen
- BaFin – Automatisierte Anlageberatung
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalertragsteuer
- GDV – Kapitalanlage und Absicherung
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