Sterilisationseinrichtungen in Arztpraxen kosten 8.000 bis 30.000 Euro in der Anschaffung; laufende Betriebskosten für Validierung, Wartung und Verbrauchsmaterialien betragen 3.000 bis 8.000 Euro jährlich.

Praxen, die Medizinprodukte aufbereiten und sterilisieren, benötigen einen Autoklav der Klasse B (8.000 bis 20.000 Euro) sowie eine validierte Aufbereitungsstrecke nach MDR und KRINKO-Richtlinien. Jährliche Validierungskosten betragen ca. 1.500 bis 3.000 Euro; Wartungsverträge kosten 1.000 bis 3.000 Euro jährlich.

Hintergrund

Die Aufbereitung von Medizinprodukten (Instrumente, Implantate) in Arztpraxen ist in der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR), der DIN EN ISO 17664 und den KRINKO-Empfehlungen geregelt. Für Praxen mit Sterilisationseinheit entstehen folgende Kosten:

  • Autoklav Klasse B: 8.000 bis 20.000 Euro Anschaffung; für trockenhitzesterilisierung oder dampfsterilisierung; Klasse B ist für alle Instrumententypen geeignet.
  • Ultraschall-Reinigungsgerät: 1.000 bis 5.000 Euro.
  • Siegelnahtgerät (Sterilisationsverpackung): 500 bis 2.000 Euro.
  • Validierungskosten: Erstvalidierung 2.000 bis 4.000 Euro; jährliche Leistungsqualifizierung 1.500 bis 3.000 Euro durch akkreditiertes Prüflabor.
  • Verbrauchsmaterial (Sterilisationsverpackungen, Bioindikatoren, Reinigungsmittel): 1.000 bis 3.000 Euro/Jahr.
  • Mitarbeiterqualifizierung: Schulungen nach MDR Annex X; 500 bis 1.500 Euro je Mitarbeiter.

Wann gilt das nicht?

Praxen, die ausschließlich Einmalinstrumente verwenden, benötigen keine Sterilisationseinheit. Praxen ohne invasive Eingriffe (rein konservative Fächer) können auf die kostenintensive Sterilisationsinfrastruktur verzichten.

Ärzteversichert empfiehlt, Sterilisationseinrichtungen bei der Inventarversicherung und Sachversicherung gesondert zu berücksichtigen und den Wiederbeschaffungswert korrekt anzugeben.

Quellen

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