Die Gründung einer Stiftung kostet Ärzte 3.000 bis 10.000 Euro für Rechts-, Steuer- und Notarberatung; das erforderliche Mindestkapital beträgt je nach Bundesland und Stiftungsart 50.000 bis 100.000 Euro.

Eine Stiftung entsteht durch Stiftungsgeschäft (notariell oder schriftlich) und staatliche Anerkennung durch die Stiftungsbehörde des jeweiligen Bundeslandes. Einlagen in eine gemeinnützige Stiftung sind nach §10b Abs. 1a EStG bis zu 1 Million Euro als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig; das spart bei einem Grenzsteuersatz von 42 % bis zu 420.000 Euro Steuern.

Hintergrund

Der Gründungsprozess einer Stiftung ist für Ärzte mit größerem Vermögen als Instrument der Steuerplanung und Nachfolgegestaltung relevant. Die einzelnen Kostenpositionen:

  • Rechtsberatung (Anwalt): Erstellung Stiftungssatzung und Stiftungsgeschäft; 1.500 bis 4.000 Euro je nach Komplexität.
  • Steuerberatung: Prüfung der steuerlichen Gestaltung, Gemeinnützigkeitsstatus, laufende Steuerstrategie; 1.000 bis 3.000 Euro einmalig.
  • Notarkosten: Beglaubigung des Stiftungsgeschäfts; 200 bis 500 Euro abhängig vom Stiftungskapital nach GNotKG.
  • Stiftungsbehörde: Staatliche Anerkennung in der Regel kostenfrei bis 200 Euro Verwaltungsgebühr.
  • Mindestkapital: Für eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts fordern die Stiftungsaufsichten je nach Bundesland 50.000 bis 100.000 Euro dauerhaft; dieses Kapital ist gebunden und wird nicht verbraucht.
  • Laufende Kosten: Jahresabschluss, Steuererklärungen, Verwaltung; 1.000 bis 5.000 Euro jährlich.

Für Ärzte, die Praxisvermögen oder Immobilien in eine Familienstiftung einbringen wollen, gelten zusätzlich die Bewertungsvorschriften des Bewertungsgesetzes; komplexe Einbringungen kosten 3.000 bis 8.000 Euro extra an Beratungsaufwand.

Wann gilt das nicht?

Ärzte mit einem frei verfügbaren Vermögen unter 150.000 bis 200.000 Euro profitieren wegen des hohen Verwaltungsaufwands kaum von einer eigenen Stiftung. Für kleinere Beträge bieten Treuhandstiftungen unter dem Dach einer Bürgerstiftung eine günstigere Alternative ab etwa 10.000 Euro Einlage.

Ärzteversichert empfiehlt, die Stiftungsgründung im Rahmen einer vollständigen Vermögens- und Nachfolgestrategie mit einem auf Heilberufe spezialisierten Berater zu planen.

Quellen

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