Telemedizin verursacht für Ärzte monatliche Plattformkosten von 30 bis 200 Euro für zertifizierte Videodienstanbieter; pro GKV-Videokonsultation werden 12 bis 25 Euro vergütet, sodass sich die Investition ab 5 bis 15 Konsultationen pro Monat amortisiert.

Der wichtigste Kostenfaktor für Telemedizin in der Praxis ist der zertifizierte Videodienstanbieter (Pflicht für GKV-Abrechnung nach KBV-Anforderungen); die Monatsgebühren liegen bei 30 bis 150 Euro. Hinzu kommen einmalige Einrichtungskosten (IT, Schulung) von 200 bis 1.000 Euro. Das Honorar nach EBM-Ziffer 01439 beträgt ca. 12 bis 15 Euro; fachspezifische Zuschläge erhöhen dies auf bis zu 25 Euro.

Hintergrund

Für Ärzte, die Telemedizin in ihre Praxis integrieren, entstehen folgende Kosten und Erträge:

  • Videodienstanbieter: Monatliche Lizenz 30 bis 150 Euro; Anbieter müssen KBV-zertifiziert sein (Liste unter kbv.de); Kosten sind als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar.
  • Hardware: Webcam, Headset, zweiter Monitor ca. 100 bis 500 Euro einmalig; bei modernen Notebooks oft ohne Zusatzkosten.
  • IT-Sicherheit und DSGVO: TI-Anbindung und DSGVO-konforme Dokumentation; ggf. Datenschutzbeauftragter (200 bis 500 Euro/Jahr).
  • Schulung und Einrichtung: 2 bis 5 Stunden Einrichtungsaufwand; bei eigenem Personal ohne Fremdkosten.
  • Wirtschaftlichkeit: Bei 10 GKV-Videokonsultationen pro Woche (40 pro Monat) ergibt sich ein Zusatzhonorar von ca. 480 bis 1.000 Euro/Monat; nach Plattformkosten Nettogewinn ca. 300 bis 900 Euro.
  • Privatärztliche Abrechnung: GOÄ-Abrechnung erzielt 30 bis 100 Euro pro Videokonsultation; wirtschaftlich deutlich attraktiver als GKV.

Ärzte, die Telemedizin für Folgekonsultationen chronisch kranker Patienten nutzen, sparen auch Raumauslastung und können Zeitslots flexibler vergeben.

Wann gilt das nicht?

Praxen mit sehr niedrigem Digitalisierungsgrad oder ohne stabile Internetverbindung (mind. 10 Mbit/s symmetrisch empfohlen) sollten zunächst die technische Infrastruktur prüfen. Für Erstuntersuchungen und körperlich-diagnostische Leistungen ist Telemedizin nicht geeignet.

Ärzteversichert empfiehlt, Telemedizin schrittweise einzuführen, beginnend mit Folgekonsultationen bei Stammpatienten, um das Kostenpotenzial bei minimalem Aufwand zu testen.

Quellen

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