Eine private Unfallversicherung kostet Ärzte je nach Invaliditätskapital, Progression und Zusatzleistungen 200 bis 1.000 Euro jährlich; bei einer Grundsumme von 500.000 Euro und 350-%-Progression liegt die Jahresprämie für Ärzte typischerweise bei 400 bis 700 Euro.

Die private Unfallversicherung leistet bei dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung durch einen Unfall eine Kapitalzahlung; die Höhe richtet sich nach dem Invaliditätsgrad und der vereinbarten Progressionstabelle. Für Ärzte ist wichtig: Die Berufsgenossenschaft (BGW) deckt als gesetzliche Unfallversicherung nur Arbeitsunfälle; private Unfälle in der Freizeit sind nur durch private Unfallversicherung abgedeckt.

Hintergrund

Für Ärzte ist die private Unfallversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Die wichtigsten Unterschiede und Kostenaspekte:

  • Unterschied BU vs. Unfallversicherung: BU deckt auch Krankheit als Ursache der Berufsunfähigkeit; Unfallversicherung nur Unfälle; beide Versicherungen können sich ergänzen.
  • Leistungsstruktur: Invaliditätskapital (einmalig) als Hauptleistung; Tagesgeld (50 bis 150 Euro/Tag) und Krankenhaustagegeld als Zusatzbausteine; Todesfallsumme.
  • Prämienbeispiel: 35-jähriger Arzt; Invaliditätskapital 300.000 Euro mit 350-%-Progression; Tagesgeld 100 Euro: ca. 350 bis 600 Euro/Jahr.
  • Berufsgruppen-Einstufung: Ärzte werden je nach Fachrichtung unterschiedlich eingestuft; Chirurgen oder Notärzte mit erhöhtem Unfallrisiko zahlen ggf. Zuschläge.
  • Gesetzliche Unfallversicherung (BGW): Pflichtmitgliedschaft für niedergelassene Ärzte im Heilberufe-Bereich; deckt Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten; keine Freizeit-Unfälle.
  • Steuern: Unfallversicherungsprämien können für niedergelassene Ärzte anteilig als Betriebsausgabe geltend gemacht werden, wenn auch berufliche Unfälle mitversichert sind.

Ärzte mit körperlich anspruchsvollen Hobbys (Skifahren, Motorrad, Klettern) sollten auf Ausschlüsse im Vertrag achten; manche Prämien erhöhen sich bei Einschluss dieser Risiken um 50 bis 150 Euro/Jahr.

Wann gilt das nicht?

Für Ärzte mit sehr hoher BU-Rente und ausreichendem Versorgungswerk-Schutz ist eine separate Unfallversicherung weniger dringend. Bei Schwerbehinderung oder Vorerkrankungen kann die Unfallversicherung günstiger zu bekommen sein als eine neue BU.

Ärzteversichert empfiehlt, Unfallversicherung und BU als Ergänzung zu betrachten, da Unfälle besonders in der Freizeit nicht von der BU allein vollständig abgedeckt werden.

Quellen

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