Eine Videosprechstunden-Lösung für die Arztpraxis kostet je nach Anbieter und Funktionsumfang zwischen 50 und 300 Euro monatlich – für die Abrechnung gegenüber der GKV muss der Anbieter KBV-zertifiziert sein.

Die KBV listet zertifizierte Videosprechstunden-Anbieter, die datenschutzkonform und abrechnungsfähig sind. Die Abrechnung erfolgt über EBM-Ziffer 01439 (Videosprechstunde). Die monatlichen Softwarekosten betragen typischerweise 59 bis 149 Euro für Einzelpraxen.

Hintergrund

Seit 2020 dürfen bis zu 30 % aller Konsultationen per Videosprechstunde stattfinden (später unlimitiert für Folgekonsultationen). Die Technikanforderungen: stabile Internetverbindung (min. 5 Mbit/s Upload), Kamera und Mikrofon (ab ca. 50 Euro Einmalkosten), KBV-zertifizierte Software. Bekannte zertifizierte Anbieter (Stand 2026): Doctolib Video, TeleCliniq, Patientus, Samedi – Preise liegen bei 59–199 Euro/Monat. Praxen im ländlichen Bereich profitieren besonders von Videosprechstunden; die Abrechnung per EBM bringt ca. 8–15 Euro je Sitzung. Die Investition in Technik amortisiert sich bei einer mittleren Praxis meist innerhalb von 3–6 Monaten. Ärzteversichert informiert auch über die Absicherungsanforderungen bei telemedizinischen Leistungen (Berufshaftpflicht muss Fernbehandlung einschließen).

Wann gilt das nicht?

Privatärzte können frei entscheiden, welche Software sie nutzen – eine KBV-Zertifizierung ist nur für die GKV-Abrechnung erforderlich. Wer nur Privatpatienten per Video berät, kann z. B. auch verschlüsselte Videokonferenzlösungen wie Whereby oder ähnliche nutzen.

Quellen

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