Augenärzte gehören zu den Fachgruppen mit den höchsten Praxisgründungskosten; moderne Diagnostikgeräte und Lasereinheiten erfordern erhebliche Startinvestitionen.
Augenärzte berichten von Gesamtinvestitionskosten zwischen 300.000 und 600.000 Euro für eine vollständig ausgestattete Praxis; besonders Spaltlampen, OCT-Geräte, Perimeter und ggf. Laserequipment treiben die Kosten; ein stabiles IGeL-Angebot (refraktive Chirurgie, IVOM) ist aus Wirtschaftlichkeitsgründen wichtig.
Hintergrund
Die größte Herausforderung der Praxisgründung für Augenärzte ist die Finanzierung des Geräteparks: OCT (Optical Coherence Tomography), Humphrey-Perimeter, Spaltlampenmikroskopie, Ultraschall und ggf. Excimer-Laser schlagen mit 200.000 bis 400.000 Euro allein für die Geräte zu Buche. Viele Gründer empfehlen Leasingmodelle für teure Geräte, um Liquidität zu schonen. Kassenpatienten allein reichen erfahrungsgemäß nicht für eine wirtschaftliche Praxis aus; IGeL-Leistungen (IVOM-Vorbereitung, Sehschule, refraktive Eingriffe) sind ein wichtiger Erlösbaustein. Wartezimmeroptimierung und Praxisabläufe (Voruntersuchungen durch MFA, Befundaushändigung) sind bei hohem Patientenvolumen entscheidend. Der Fachkräftemangel bei erfahrenen MFA mit ophthalmologischer Ausbildung ist ein häufig genanntes Problem. Gründer berichten, dass die KV-Bedarfsplanung in vielen Regionen Engpässe aufweist; eine frühzeitige Anfrage bei der KV ist empfehlenswert.
Wann gilt das nicht?
Augenärzte, die ausschließlich refraktive Chirurgie ohne Kassenbetrieb anbieten, machen strukturell andere Gründungserfahrungen; die Mischkalkulation aus GKV und IGeL gilt für die klassische augenärztliche Praxis.
Ärzteversichert berät Augenärzte zur Berufshaftpflicht für operative Eingriffe und zu Gerätefinanzierungsmodellen.
Quellen
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