Neurologen stehen bei der Praxisgründung vor der Herausforderung, dass viele Patienten chronische Erkrankungen haben und intensive Betreuung benötigen; die Honorarstruktur muss dies von Beginn an berücksichtigen.

Neurologen berichten von Startinvestitionen zwischen 150.000 und 300.000 Euro; EEG-Geräte, Nervenleitgeschwindigkeitsmessgeräte und ggf. Schlaflaborequipment sind die größten Posten; die Terminplanung für chronische Patienten ist komplex und muss von Beginn an strukturiert werden.

Hintergrund

Neurophysiologische Geräte (EEG, NLG/EMG, evozierte Potenziale) sind mit 20.000 bis 80.000 Euro eine zentrale Investition; ohne diese Geräte ist eine vollständige neurologische Praxis kaum möglich. MS-Ambulanzen und Parkinson-Sprechstunden sind häufige Schwerpunkte niedergelassener Neurologen; diese Spezialisierungen erfordern Netzwerke mit Krankenhäusern für die stationäre Aufnahme bei Schüben. Schmerzambulanz und Kopfschmerzbehandlung sind in vielen Regionen sehr gefragt; Botulinumtoxin-Injektionen für Migräne und Spastik sind wichtige Zusatzleistungen. Die hohe Nachfrage nach neurologischen Terminen (lange Wartezeiten in vielen Regionen) erleichtert die Patientengewinnung; die Herausforderung liegt eher in der effizienten Terminorganisation. Kooperation mit psychiatrischen Praxen wird von Gründern häufig als sinnvoll beschrieben. Gründer berichten, dass die Abrechnung neurologischer EBM-Ziffern komplex ist; eine erfahrene Praxismanagerin ist wertvoll.

Wann gilt das nicht?

Neurologen mit psychiatrischem Schwerpunkt (Neuropsychiatrie) machen teilweise andere Erfahrungen; die genannten Gerätekosten und Strukturen gelten für die klassisch neurologische Praxis.

Ärzteversichert berät Neurologen zur Berufshaftpflicht und zu Praxisversicherungskonzepten für die Niederlassung.

Quellen

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