Mit der Ernennung zum Oberarzt wächst das Einkommen deutlich – und damit auch die Notwendigkeit, die eigene Finanzstrategie zu überprüfen. Viele Oberärzte versäumen genau das.
Hintergrund
Oberärzte verdienen je nach Fachklinik und Tarifgruppe zwischen 90.000 und 130.000 Euro brutto jährlich. Der Sprung gegenüber der Assistenzarzt-Phase beträgt oft 20.000 bis 40.000 Euro. Häufige Finanzfehler in dieser Phase:
- BU-Absicherung nicht angepasst: Eine mit 28 Jahren abgeschlossene BU mit 2.000 Euro Monatsrente deckt das Oberarztgehalt bei weitem nicht. Die Anpassungsoption (Nachversicherungsgarantie) sollte aktiv genutzt werden.
- Versorgungswerk als alleinige Altersvorsorge: Das ärztliche Versorgungswerk sichert gut ab, aber für Oberärzte mit mittlerem bis hohem Einkommen ist eine ergänzende private Altersvorsorge sinnvoll, zum Beispiel über ETF-Sparpläne oder Basisrente.
- Keine Prüfung des Arbeitgebervertrags auf Nebentätigkeiten: Viele Oberärzte könnten steuerlich vorteilhafte Nebentätigkeiten ausüben (Gutachten, Lehre, ärztliche Leiter in Pflegeheim), tun es aber nicht aus Unwissen über die vertraglichen Rahmenbedingungen.
- Teure Konsumkredite: Mit steigendem Einkommen wächst die Bereitschaft zu Konsumkrediten für Autos oder Einrichtung. Dabei wäre Eigenkapitalaufbau langfristig wesentlich vorteilhafter.
Wann gilt das nicht?
Für Oberärzte in der Elternzeit oder mit befristeten Verträgen kann eine Versicherungsanpassung kurzfristig nicht sinnvoll sein. Grundsätzlich lohnt sich jedoch eine jährliche Finanzstandortanalyse.
Quellen
- Bundesärztekammer – Tarifliche Einkommenssituation im Krankenhaus
- Deutsche Rentenversicherung – Ergänzende Altersvorsorge
- BMF – Steuerliche Behandlung von Nebeneinkünften
Ärzteversichert hilft Oberärzten, ihre bestehenden Versicherungen und Vorsorgeprodukte gezielt an die neue Einkommenssituation anzupassen.
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