Das Praktische Jahr (PJ) ist die letzte Etappe des Medizinstudiums vor dem Staatsexamen – finanziell knapp, zeitlich intensiv, und trotzdem ein wichtiger Moment für erste Finanzentscheidungen.

Die häufigsten Finanzfehler von PJ-Studenten sind: keine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen solange man noch jung und gesund ist, das PJ-Stipendium nicht zu beantragen und das erste eigene Einkommen nicht für den frühen Aufbau eines Notfallfonds zu nutzen.

Hintergrund

PJ-Studenten erhalten je nach Krankenhaus eine monatliche Aufwandsentschädigung von 500 bis 1.000 Euro. Damit ist das Jahr finanziell angespannt – trotzdem gibt es wichtige Finanzentscheidungen, die jetzt getroffen werden sollten:

  • BU-Versicherung noch während des PJ abschließen: Im PJ ist man noch Student – und damit in einem günstigeren Gesundheitsprofil als nach dem Staatsexamen. Wer die BU jetzt abschließt, zahlt niedrigere Beiträge und muss keine typischen Berufserkrankungen eines Arztes angeben, da man noch nicht als Arzt tätig ist.
  • PJ-Stipendien ignorieren: Verschiedene Kliniken, Stiftungen und Bundesländer bieten PJ-Stipendien an, die über die bloße Aufwandsentschädigung hinausgehen. Viele PJ-Studenten beantragen sie nicht aus Unkenntnis.
  • Reisekosten nicht steuerlich absetzen: Wer für das PJ an einem anderen Ort wohnt, kann Unterkunft und Fahrtkosten steuerlich als Ausbildungskosten geltend machen.
  • Keine Rücklage für die Phase nach dem Staatsexamen: Zwischen PJ-Ende und erstem Gehaltseingang als Assistenzarzt entstehen oft 4 bis 8 Wochen ohne Einkommen. Eine Reserve von 2.000 bis 3.000 Euro schützt davor.
  • Ersten Assistenzarzt-Vertrag ungeprüft unterschreiben: Die Vergütung, Fortbildungsansprüche und Kündigungsfristen variieren erheblich. Ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich.

Wann gilt das nicht?

PJ-Studenten, die bereits im Rahmen ihres Studiums eine BU-Versicherung abgeschlossen haben, müssen diese Entscheidung nicht neu treffen – sie sollten aber prüfen, ob die vereinbarte Rente ausreicht.

Quellen

Ärzteversichert berät PJ-Studenten beim richtigen Zeitpunkt für die erste Berufsunfähigkeitsversicherung – kostenlos und unabhängig von Produktanbietern.

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