Für die Praxis von Dermatologen stehen im Wesentlichen vier Finanzierungsmodelle zur Verfügung: das klassische Bankdarlehen, der KfW-Förderkredit, Leasing für Geräte sowie das Modell der Berufsausübungsgemeinschaft zur gemeinsamen Kostenverteilung.
Dermatologen finanzieren Praxisgründung oder -übernahme am häufigsten über ein klassisches Bankdarlehen in Kombination mit einem KfW-ERP-Gründerkredit. Typische Investitionsvolumina liegen zwischen 150.000 und 500.000 Euro, je nach Spezialisierung (z. B. Dermatochirurgie, Lasertherapie).
Hintergrund
Das meistgenutzte Modell ist das Bankdarlehen mit KfW-Förderung: Die KfW bietet über den ERP-Gründerkredit Startgeld zinsgünstige Darlehen bis zu 125.000 Euro für Selbstständige an; für größere Investitionen greift der ERP-Kapital für Gründung mit bis zu 500.000 Euro Eigenkapitalersatzdarlehen. Die Zinssätze liegen je nach Programm und Laufzeit aktuell (2026) zwischen etwa 4 und 6 Prozent p. a.
Für teure dermatologische Geräte (Laser, Dermatoskopie-Systeme, PDT-Einheiten) empfiehlt sich Operating-Leasing: Der Dermatologe zahlt monatliche Raten, das Gerät bleibt bilanzneutral, und nach Ablauf der Leasingperiode kann auf neuere Technologie gewechselt werden. Typische Leasingquoten liegen bei 2 bis 3 Prozent der Geräteanschaffungskosten pro Monat.
Die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) ist ein weiteres Modell: Zwei oder mehr Dermatologen teilen Räume, Personal und Investitionskosten; das senkt den Einzelfinanzierungsbedarf erheblich. Rechtlich ist eine BAG im Gesellschaftsvertrag zu regeln; die KBV stellt Musterverträge bereit.
Ärzteversichert informiert Dermatologen im Rahmen der Absicherungsberatung auch über die Wechselwirkungen zwischen Praxisfinanzierung und Berufshaftpflicht sowie Praxisausfallversicherung.
Wann gilt das nicht?
Angestellte Dermatologen im MVZ oder Krankenhaus benötigen kein eigenes Finanzierungsmodell; hier trägt der Träger die Investitionskosten. Für rein ästhetische Leistungen (IGeL) ohne Kassenzulassung entfallen KfW-Programme, die an die vertragsärztliche Tätigkeit gebunden sind.
Quellen
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