Urologen müssen besondere Hygieneanforderungen für Endoskope, Dauerkatheter und operative Eingriffe einhalten, um häufige Harnwegsinfektionen als nosokomiale Komplikation zu verhindern.

In der Urologie sind flexible und starre Zystoskope nach DGSV-Richtlinien aufzubereiten, Harnkatheter aseptisch zu legen und bei operativen Eingriffen volle Steriltechnik einzuhalten. Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen sind die häufigste ambulante nosokomiale Infektion.

Hintergrund

Urologische Hygieneanforderungen umfassen:

  • Flexible Zystoskope: Aufbereitung nach DGSV-Leitlinien; manuelle Vorreinigung, maschinelle Aufbereitung im Endoskopspülautomaten oder chemische Desinfektion.
  • Starre Zystoskope: Sterilisation nach jedem Patienten.
  • Dauerkatheter (DK): Aseptische Technik; sterile Einmalsets; nach Anlage geschlossenes Urindrainagesystem.
  • Einmalkatheterisierung: Einmalkatheter; sterile Handschuhe; Harnröhrendesinfektion.
  • ESWL (Lithotripsie): Behandlungsliege und Kontaktgel nach jedem Patienten wechseln; Gerät desinfizieren.
  • Biopsie-Instrumente: Prostatastanzbiopsie-Instrumente sterilisieren; Einmalinstrumente bevorzugen.

Laut RKI sind Harnwegskatheter die häufigste Ursache nosokomialer Infektionen im ambulanten Bereich. Ärzteversichert empfiehlt Urologen, die Katheter-Anlage ausnahmslos unter aseptischen Bedingungen zu protokollieren.

Wann gilt das nicht?

In Kliniken gelten klinikspezifische Hygienepläne. Rein konservativ tätige Urologen ohne invasive Eingriffe haben vereinfachte Anforderungen.

Quellen

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