Kardiologen bieten IGeL-Leistungen vor allem im Bereich kardiovaskuläre Risikodiagnostik und Sportmedizin an, die über die GKV-Basisversorgung weit hinausgehen.
Hintergrund
Kardiologische IGeL-Leistungen richten sich häufig an gesundheitsbewusste Patienten und Sportler mit Interesse an Präventionsdiagnostik. Typische Angebote:
- Kardio-CT (Calcium-Scoring, Agatston-Score): Koronares Kalkscreening bei asymptomatischen Risikopatienten – 200–400 Euro.
- Erweiterte Echokardiographie: Über Standard-Echo bei gesicherter GKV-Indikation hinaus – 80–200 Euro.
- Sportherz-Tauglichkeitszeugnis: Für Profisportler oder Wettkampfteilnehmer – 150–300 Euro.
- Ergometrie ohne GKV-Indikation: Belastungs-EKG für Vorsorge- oder Fitnesszwecke – 80–150 Euro.
- Langzeit-EKG auf Wunsch: Ohne Symptome oder anamnestische Risikofaktoren – 60–120 Euro.
- Herzfrequenzvariabilitätsmessung (HRV): Zur Stressdiagnostik und Leistungsoptimierung – 60–120 Euro.
- Erweiterte Lipiddiagnostik: Lipoprotein(a), sdLDL, ApoB/ApoA1-Quotient – 60–150 Euro.
Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen, beim Kardio-CT und anderen strahlenexponierten Verfahren als IGeL besonders sorgfältig über Nutzen, Risiken und Strahlendosis aufzuklären und die Aufklärung schriftlich festzuhalten.
Wann gilt das nicht?
Bei gesicherter koronarer Herzerkrankung, Herzrhythmusstörungen oder kardiovaskulären Hochrisikofaktoren sind diagnostische Maßnahmen GKV-Leistungen. Eine Echokardiographie bei symptomatischer Herzinsuffizienz oder nach Herzinfarkt ist nicht als IGeL abrechenbar.
Quellen
- KBV: IGeL-Leistungen und Abrechnung
- Bundesärztekammer: Individuelle Gesundheitsleistungen
- SGB V § 52 – Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden
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