Nuklearmediziner bieten IGeL-Leistungen vor allem im Bereich Schilddrüsendiagnostik, onkologische Vorsorge und Knochenstoffwechsel an, die über GKV-Indikationen hinausgehen.

Typische nuklearmedizinische IGeL-Leistungen sind die Schilddrüsen-Szintigraphie auf Wunsch ohne GKV-Indikation, die PET-CT-Untersuchung als Tumorvorsorge bei asymptomatischen Patienten sowie die erweiterte DXA-Knochendichtemessung zur Osteoporose-Früherkennung unter 70 Jahren.

Hintergrund

Nuklearmedizinische IGeL-Leistungen erfordern aufwändige Gerätetechnik und Strahlenschutzmaßnahmen; entsprechend sind die Kosten höher als in anderen Fachgebieten. Typische Angebote:

  • Schilddrüsen-Szintigraphie auf Wunsch: Bei normalem TSH und ohne Knotennachweis – 200–400 Euro.
  • PET-CT als Vorsorgeuntersuchung: Ganzkörper-Onkologie-Screening bei asymptomatischen Patienten – 1.000–3.000 Euro.
  • DXA-Knochendichtemessung (Osteodensitometrie): Vor dem GKV-Erstattungsalter (70 Jahre Frauen) – 80–150 Euro.
  • Schilddrüsen-SPECT für Autonomiediagnostik: Über Standard-Szintigraphie hinaus – 300–500 Euro.
  • Myokardperfusions-Szintigraphie als Sportlervorsorge: Ohne kardiologische GKV-Indikation – 500–900 Euro.
  • Erweiterte Parathyreoidea-Szintigraphie: Auf Wunsch ohne gesichertes Hyperparathyreoidismus-Verdacht – 300–600 Euro.

Ärzteversichert weist Nuklearmediziner darauf hin, dass bei IGeL mit ionisierender Strahlung eine besonders ausführliche Aufklärung über Strahlendosis und Nutzen-Risiko-Verhältnis erforderlich ist; die schriftliche Einwilligung ist haftungsrechtlich unverzichtbar.

Wann gilt das nicht?

Bei klinisch begründetem Verdacht auf Schilddrüsenautonomie, maligne Erkrankungen oder gesicherter Osteoporose-Indikation übernimmt die GKV die Kosten der Szintigraphie oder Osteodensitometrie. IGeL dürfen nicht für medizinisch notwendige Diagnostik erhoben werden.

Quellen

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