Onkologen bieten IGeL-Leistungen vor allem im Bereich molekularer Diagnostik, Prävention und integrativmedizinischer Begleitung an, die über den GKV-Leistungskatalog hinausgehen.
Hintergrund
Onkologische IGeL-Leistungen richten sich häufig an Patienten, die über Standardtherapien hinaus zusätzliche Informationen oder komplementäre Unterstützung suchen. Typische Angebote:
- Liquid Biopsy (ctDNA-Analyse): Blutbasierte Tumordiagnostik ohne GKV-Zulassung für bestimmte Indikationen – 300–1.000 Euro.
- Erweitertes NGS-Tumorpanel: Über GKV-finanzierte Companion-Diagnostik hinaus – 500–1.500 Euro.
- Ernährungsmedizinische Beratung während Chemotherapie: Nicht in GKV-Leistungen enthalten – 80–150 Euro pro Stunde.
- Integrativmedizinische Beratung (Misteltherapie, Naturheilkunde): Komplementäre Begleitung auf Wunsch – 80–200 Euro.
- Psychoonkologische Krisenberatung: Über GKV-finanzierte Psychoonkologie hinaus – 80–150 Euro pro Sitzung.
- Genetische Beratung (BRCA, Lynch-Syndrom ohne Kassenberechtigung): Für asymptomatische Patienten ohne Familienanamnese – 200–500 Euro.
- Aktive Immuntherapie-Monitoring: Spezifische Laborpanel zur Verlaufskontrolle – 100–300 Euro.
Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, bei teuren IGeL-Diagnostika wie NGS-Panels oder Liquid Biopsy besonders klar über den aktuellen Evidenzstand und fehlende GKV-Anerkennung zu informieren, um Enttäuschungen bei Patientinnen und Patienten zu vermeiden.
Wann gilt das nicht?
Standardisierte Begleitdiagnostik, zugelassene Companion-Diagnostik und Tumortherapien nach S3-Leitlinien sind GKV-Leistungen. Psychoonkologische Grundversorgung und Ernährungsscreening sind bei onkologischen Patienten im stationären Bereich Regelleistung.
Quellen
- KBV: IGeL-Leistungen und Abrechnung
- Bundesärztekammer: Individuelle Gesundheitsleistungen
- SGB V § 135 – Bewertung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
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