KIM (Kommunikation im Medizinwesen) verursacht in Arztpraxen jährliche Kosten von 120–240 Euro für das KIM-Konto sowie einmalige PVS-Einrichtungskosten von 200–500 Euro; die KV-Förderpauschale deckt einen Teil dieser Kosten.
Hintergrund
KIM (Kommunikation im Medizinwesen) ist der sichere E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur nach § 311 Abs. 6 SGB V und ersetzt seit 2021 schrittweise das Fax im medizinischen Bereich; seit Juli 2025 ist KIM für den Arztbrief-Versand verpflichtend. KIM-Konten werden von zugelassenen KIM-Anbietern (z. B. gematik-zertifizierte Anbieter wie arvato, Cisco, compugroup) bereitgestellt; die Kosten betragen 10–20 Euro monatlich pro KIM-Konto. Die Einrichtung im PVS kostet einmalig 200–500 Euro für Konfiguration und Test; viele PVS-Anbieter integrieren KIM in reguläre Wartungspakete. Im Vergleich zum Fax (Leitungskosten, Papier, Toner: ca. 300–600 Euro/Jahr für eine mittelgroße Praxis) amortisiert sich KIM nach 6–12 Monaten. KIM ermöglicht auch die Übermittlung strukturierter Medikationspläne (AMTS), Laborbefunde und Entlassbriefe; jede Übertragung ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt und revisionssicher. Ärzteversichert empfiehlt Praxen, die KIM-Einführung frühzeitig zu planen und KIM-Konten für alle in der Praxis kommunizierenden Ärzte und MFAs einzurichten, um den Umstellungsaufwand zu minimieren.
Wann gilt das nicht?
Rein privatärztliche Praxen ohne TI-Anbindung müssen KIM nicht zwingend nutzen, profitieren aber von der sicheren Kommunikation. Krankenhäuser haben eigene KIM-Infrastrukturen und separate Kosten.
Quellen
- gematik: KIM – Kommunikation im Medizinwesen
- KBV: KIM-Leitfaden für Vertragsärzte
- SGB V § 311: Telematikinfrastruktur
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