Praxisverwaltungssoftware (PVS) kostet Arztpraxen je nach Anbieter und Funktionsumfang 150–600 Euro monatlich für Lizenz und Wartung sowie 2.000–8.000 Euro einmalige Einführungs- und Schulungskosten.

PVS-Kosten im Überblick: Monatliche Lizenzgebühr 150–600 Euro (je nach Anbieter und Praxisgröße), einmalige Einführungskosten 2.000–8.000 Euro (Installation, Datenmigration, Schulung), jährliche Wartung und Updates 1.800–7.200 Euro. Wechselkosten bei PVS-Tausch können auf 3.000–10.000 Euro steigen.

Hintergrund

Der deutsche PVS-Markt wird von wenigen großen Anbietern dominiert (Dampsoft, Medatixx, CompuMed, Tomedo, CGM); die Lizenzkosten variieren stark nach Praxisgröße und Anzahl der Arbeitsplätze. Eine Einzelpraxis zahlt typischerweise 150–300 Euro monatlich, eine BAG mit 5 Ärzten und 15 Arbeitsplätzen 400–600 Euro. Einmalige Einführungskosten von 2.000–8.000 Euro entstehen durch Installation, Datenmigration aus dem Altsystem (2–3 Arbeitstage à 800–1.200 Euro Dienstleistung), Schnittstellen-Einrichtung (ePA, KIM, eAU) und Mitarbeiterschulungen. Ein PVS-Wechsel ist kompliziert: Datenmigration von Patientenstammdaten, Dokumentationshistorie und Abrechnungsdaten kostet 3.000–10.000 Euro und dauert 4–8 Wochen Parallelbetriebs-Phase. KBV-zertifizierte PVS erfüllen Pflichtanforderungen für TI-Anbindung (ePA, KIM, eAU, eRezept); ohne KBV-Zertifizierung ist keine Kassenabrechnung möglich. Cloud-basierte PVS-Modelle (SaaS) haben niedrigere Einführungskosten (500–2.000 Euro), aber höhere laufende Kosten (250–500 Euro/Monat). Ärzteversichert empfiehlt Praxisgründern, bei der PVS-Auswahl auf KBV-Zertifizierung, TI-Integration und verfügbaren Support zu achten und mindestens 3 Angebote zu vergleichen.

Wann gilt das nicht?

Rein privatärztliche Praxen ohne Kassenzulassung benötigen keine KBV-zertifizierte PVS und haben mehr Auswahlfreiheit bei günstigeren Lösungen (100–250 Euro/Monat). Krankenhäuser nutzen Krankenhausinformationssysteme (KIS) mit deutlich höheren Kosten (100.000–500.000 Euro/Jahr).

Quellen

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