Onkologen erhalten für Praxisdarlehen sehr gute Konditionen, weil ihre Praxen überdurchschnittlich hohe Honorarumsätze erwirtschaften und Kassensitze in dieser Fachrichtung besonders gefragt sind.
Hintergrund
In Deutschland gibt es rund 1.400 niedergelassene internistische Onkologen. Ihre Praxen gehören zu den umsatzstärksten im ambulanten Sektor: Die Abrechnung von Chemotherapeutika und supportiver Medikation führt laut KBV zu Jahresumsätzen von teils deutlich über 1 Million Euro. Dieser hohe Umsatz erfordert aber auch erhebliche Betriebsmittelkredite, da Zytostatika vorfinanziert werden müssen, bis die Kassenabrechnung erfolgt.
Banken mit Heilberufe-Spezialisierung kennen diese Besonderheit und bieten Kontokorrentkredite sowie revolvierende Kreditlinien als Ergänzung zum Investitionskredit an. Typische Finanzierungsanlässe sind Praxisausstattung (Infusionsstühle, Kühlsysteme für Zytostatika), Praxisübernahmen und Betriebsmittelfinanzierung.
Ärzteversichert unterstützt onkologische Praxisinhaber bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die im Falle einer eigenen schweren Erkrankung besonders relevant wird.
Wann gilt das nicht?
Ohne Genehmigung zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) oder ambulanten Chemotherapie reduziert sich der Umsatz erheblich, was Kreditgeber in die Bewertung einbeziehen. Hohe Lagerbestände an Zytostatika können die Liquidität belasten und Banken vorsichtiger stimmen.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Ambulante spezialfachärztliche Versorgung
- Bundesärztekammer: Internistische Onkologie und Hämatologie
- Bundesministerium für Gesundheit: Onkologische Versorgung
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