Radiologen erhalten für Gerätefinanzierungen und Praxiskredite sehr gute Konditionen, müssen aber aufgrund extremer Investitionsvolumina sehr gut strukturierte Finanzierungskonzepte vorweisen.
Hintergrund
Rund 3.400 Radiologen sind laut KBV in Deutschland niedergelassen, häufig in größeren Gemeinschaftspraxen oder überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften. Die hohen Investitionskosten machen Einzelpraxen in der Radiologie zur Seltenheit: Ein MRT-Gerät kostet 700.000 bis 1,5 Millionen Euro, ein CT rund 400.000 bis 800.000 Euro. Dafür erzielt eine gut ausgelastete radiologische Praxis Jahresumsätze von 1 bis mehrere Millionen Euro.
Banken mit Heilberufe-Expertise beurteilen radiologische Praxen positiv, weil die Einsende-Kooperationen mit umliegenden Arztpraxen planbare Auslastungen schaffen. Leasing-Modelle für Großgeräte sind eine häufige Ergänzung zu klassischen Bankdarlehen. Kreditlaufzeiten von bis zu 20 Jahren sind bei Investitionssummen über 1 Million Euro üblich.
Ärzteversichert empfiehlt Radiologen, die hohe Kreditexposition durch eine ausreichende Risikoabsicherung zu flankieren, insbesondere BU und Praxisausfallversicherung.
Wann gilt das nicht?
Radiologen ohne bestehende Überweisernetzwerke oder in Regionen mit starker Konkurrenz durch Krankenhausradiologen haben schwierigere Auslastungsperspektiven, was die Kreditbewilligung erschwert. Investitionen in veraltete Gerätetechnik werden von Banken zurückhaltend bewertet.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Fachgruppe Radiologie
- Bundesärztekammer: Facharztweiterbildung Radiologie
- Bundesministerium für Gesundheit: Bildgebende Diagnostik in der Versorgung
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