Augenärzte sind statistisch die am stärksten in MVZ-Strukturen vertretene Fachgruppe in Deutschland – MVZ-Modelle passen gut zur Ophthalmologie mit hohem Patientenvolumen und teurer Geräteausstattung.
Hintergrund
Laut KBV-Statistik 2023 ist Ophthalmologie das Fach mit dem höchsten MVZ-Anteil: Über 25 % aller niedergelassenen Augenärzte arbeiten in MVZ. Ophthalmologische MVZ mit 3–8 Ärzten und 1–4 Standorten ermöglichen eine effiziente Nutzung teurer Geräte (OCT: 50.000–80.000 €, OP-Equipment). Das Beteiligungsmodell durch Finanzinvestoren (z. B. Augenklinikketten) ist in der Ophthalmologie verbreitet, aber umstritten – ärztliche Entscheidungshoheit muss erhalten bleiben. Ärztlich geführte MVZ-GmbH, bei der Augenärzte Gesellschafter sind, gilt als rechtssicherste und empfohlene Variante.
Ärzteversichert empfiehlt Augenärzten im MVZ, die Gesellschafter-Haftung (D&O-Versicherung) und die MVZ-Berufshaftpflicht sorgsam zu strukturieren.
Wann gilt das nicht?
Augenärzte in Einzelpraxis mit überschaubarem Patientenvolumen brauchen kein MVZ-Modell. Auch bei ästhetischer Augenchirurgie ohne KV-Zulassung ist das MVZ-Modell nicht erforderlich.
Quellen
- SGB V – §95 MVZ-Gründungsvoraussetzungen
- KBV – MVZ-Statistiken Ophthalmologie
- Bundesärztekammer – MVZ-Rahmenbedingungen
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