Psychiatrische MVZ sind in Deutschland noch unterrepräsentiert, werden aber durch Wartezeiten von bis zu 12 Monaten in der ambulanten Psychiatrie zunehmend wichtig.
Hintergrund
Die ambulante psychiatrische Versorgung in Deutschland ist von Versorgungsengpässen geprägt: Laut IGES-Studie warten Patienten im Schnitt 6–12 Monate auf einen psychiatrischen Ersttermin. Psychiatrische MVZ mit mehreren Psychiatern und Psychologischen Psychotherapeuten können diese Wartezeiten reduzieren und neue Versorgungsmodelle etablieren. Träger-MVZ durch ein psychiatrisches Krankenhaus (PIA) ermöglicht die sektorübergreifende Behandlung von Patienten zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Die Digitalisierung (Telepsychiatrie-MVZ) eröffnet zusätzliche Möglichkeiten.
Ärzteversichert empfiehlt psychiatrischen MVZ, eine umfassende Datenschutz-Haftpflicht und eine Betriebsunterbrechungsversicherung abzuschließen.
Wann gilt das nicht?
Psychiater in reiner Privatpraxis ohne GKV-Zulassung können kein MVZ betreiben. Krankenhausangestellte Psychiater ohne ambulante Tätigkeit sind nicht im MVZ-Modell tätig.
Quellen
- SGB V – §95 MVZ-Gründungsvoraussetzungen
- KBV – MVZ-Statistiken Psychiatrie
- BMG – Psychiatrische Versorgung und Reform
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