Neurologen leisten eine der zeitkritischsten Notfallversorgungen in der Medizin: Die Schlaganfallbehandlung innerhalb des therapeutischen Fensters ist in Stroke-Units rund um die Uhr sicherzustellen.

Neurologen in zertifizierten Stroke-Units müssen 24/7-Rufbereitschaft für akute Schlaganfall-Lyse und Thrombektomie vorhalten; das Ziel ist eine Door-to-Needle-Zeit unter 60 Minuten. Niedergelassene Neurologen nehmen am fachärztlichen KV-Bereitschaftsdienst teil mit typisch 2–4 Diensten pro Quartal.

Hintergrund

Deutschland hat über 330 zertifizierte Stroke-Units (Stand 2024), die nach DSG-Richtlinien eine ständige neurologische Verfügbarkeit gewährleisten müssen. Die Lysetherapie beim ischämischen Schlaganfall ist zeitgebunden: Das therapeutische Fenster für tPA beträgt 4,5 Stunden nach Symptombeginn, die mechanische Thrombektomie ist bis zu 24 Stunden möglich. Klinische Neurologen leisten Bereitschaftsdienst auf neurologischen Stationen und der Stroke-Unit; nach dem TV-Ärzte werden Bereitschaftsdienste nach Belastungsgrad vergütet. Im ambulanten Bereich nehmen niedergelassene Neurologen am fachärztlichen KV-Dienst teil; häufige Anfragen betreffen Migräneanfälle, Epilepsien und akute Verwirrtheitszustände. Die Tele-Neurologie (Schlaganfall-Telekonsultation) ermöglicht es, dass Neurologen Bereitschaftsdienste auch aus der Ferne leisten können.

Ärzteversichert empfiehlt Neurologen in Stroke-Units, die Berufshaftpflicht auf interventionelle Neurologie (Thrombektomie, Lyse) und die damit verbundenen spezifischen Komplikationsrisiken anzupassen.

Wann gilt das nicht?

Neurologen ohne Kassenzulassung und reine Gutachter ohne klinische Tätigkeit nehmen nicht am KV-Bereitschaftsdienst teil. Neurologen in neurologischen Rehabilitationskliniken ohne Akutversorgung leisten keinen Notfallbereitschaftsdienst.

Quellen

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