Urologen nehmen als Kassenärzte am fachärztlichen KV-Bereitschaftsdienst teil und versorgen zeitkritische urologische Notfälle außerhalb regulärer Sprechzeiten.

Niedergelassene Urologen nehmen am fachärztlichen KV-Bereitschaftsdienst teil; typisch sind 3–5 Dienste pro Quartal. Die Hodentorsion ist ein urologischer Notfall, der innerhalb von 6 Stunden nach Symptombeginn operiert werden muss – Verzögerungen führen zu Hodenverlust.

Hintergrund

Urologische Notfälle sind häufig und zeitkritisch: Hodentorsion (Notfall innerhalb 4–6 Stunden), akuter Harnverhalt (Blasenstase, Katheterisierung notwendig), renale Kolik (häufigste urologische Notaufnahme), uroseptischer Schock bei obstruktiver Pyelonephritis und priapistischer Erektionsstörung (Notfall innerhalb von 4 Stunden). Im KV-Bereitschaftsdienst leisten Urologen fachärztliche Beratung und Erstversorgung; akute Operationsindikationen werden in urologische Kliniken überwiesen. Klinische Urologen leisten Bereitschaftsdienst mit Rufbereitschaft für Notfalloperationen; nach TV-Ärzte sind Bereitschaftsdienste entsprechend vergütet. Laut KBV ist die urologische Versorgungsdichte in ländlichen Regionen kritisch: Über 30 % der Landkreise gelten als unterversorgt.

Ärzteversichert empfiehlt Urologen im Bereitschaftsdienst, die Berufshaftpflicht auf zeitkritische Notfalleingriffe – besonders Hodentorsion-Operationen – auszurichten, da Behandlungsfehler bei diesen Eingriffen zu erheblichen Schadensforderungen führen können.

Wann gilt das nicht?

Urologen ohne Kassenzulassung nehmen nicht am KV-Bereitschaftsdienst teil. Urologen über 60 Jahre können bei der KV eine Befreiung vom Bereitschaftsdienst beantragen.

Quellen

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