Arbeitsmediziner brauchen eine Personalstrategie, die aktiv um Nachwuchs wirbt und dem dramatischen Rückgang an Fachärzten für Arbeitsmedizin mit attraktiven Karriereangeboten entgegenwirkt.

Die Bundesärztekammer warnt seit Jahren vor einem Ärztemangel in der Arbeitsmedizin: Mehr als 40 % der aktiven Betriebsärzte in Deutschland werden in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen, ohne dass ausreichend Nachwuchs nachkommt.

Hintergrund

In Deutschland sind laut Bundesärztekammer rund 10.000 Ärzte mit der Facharztbezeichnung Arbeitsmedizin oder der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin tätig. Das Fach leidet unter einem Imageproblem: Viele Medizinstudierende verbinden Arbeitsmedizin mit bürokratischer Tätigkeit, obwohl die Fachrichtung heute Prävention, Ergonomie, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und Digitalisierungsfolgen umfasst.

Arbeitsmedizinische Dienste und Berufsgenossenschaften als größte Arbeitgeber konkurrieren intensiv um qualifizierten ärztlichen Nachwuchs. Effektive Personalmaßnahmen umfassen strukturierte Weiterbildungsprogramme, attraktive Vergütung (Fachärzte für Arbeitsmedizin verdienen brutto 90.000 bis 130.000 Euro jährlich), flexible Arbeitszeiten ohne Nacht- und Wochenenddienst – was das Fach für Ärzte mit Familienpflichten besonders interessant machen kann.

Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern und Dienstleitern in der Arbeitsmedizin, ihre Mitarbeiter auch über maßgeschneiderten Versicherungsschutz langfristig zu binden.

Wann gilt das nicht?

Bei großen überbetrieblichen Diensten mit eigenen HR-Abteilungen wird Personalstrategie zentral gesteuert; niedergelassene Betriebsärzte in Einzelpraxis sind dagegen als Solo-Selbstständige oft gar nicht in der Rolle des Arbeitgebers.

Quellen

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