Augenärzte brauchen eine Personalstrategie, die neben MFA auch Orthoptistinnen und medizinisch-technisches Personal für Diagnostikgeräte gezielt anspricht und langfristig bindet.
Hintergrund
Laut KBV sind in Deutschland rund 6.500 Augenärzte niedergelassen. Augenarztpraxen zeichnen sich durch einen hohen Technisierungsgrad aus: OCT-Geräte, Perimetrie, Laser-Koagulation und teils refraktive Chirurgie erfordern speziell geschultes Personal, das nicht kurzfristig ersetzt werden kann. Orthoptistinnen haben eine dreijährige Ausbildung; ihre Zahl ist bundesweit begrenzt.
Eine effektive Personalstrategie setzt auf mehrere Säulen: eigene Ausbildung von MFA (Augenarztpraxen bilden verhältnismäßig viele MFA aus), gezielte Geräteschulung intern, klare Aufstiegspfade zur Praxismanagerin sowie Vergütungsstrukturen, die über dem Tarifmindestlohn liegen. Praxen mit hohem Operationsvolumen, etwa für Katarakt-OPs, benötigen zusätzlich verlässliche OP-Assistenz.
Ärzteversichert empfiehlt Augenarztpraxen, im Rahmen der Betriebsplanung auch einen Ausfall des Praxisinhabers durchzudenken und abzusichern.
Wann gilt das nicht?
In Augenarztpraxen mit sehr geringem operativem Anteil oder reiner Kassenbasisversorgung ist der Spezialisierungsgrad der Mitarbeiter geringer; hier gelten ähnliche Personalherausforderungen wie in Allgemeinarztpraxen.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Augenärztliche Versorgungsstruktur
- Bundesärztekammer: Facharztweiterbildung Augenheilkunde
- Bundesministerium für Gesundheit: Ambulante augenärztliche Versorgung
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