Chirurgen benötigen eine Personalstrategie, die auf stabile OP-Teams aus Ärzten, OP-Pflegepersonal und Anästhesiefachkräften setzt, weil der Mangel an erfahrenem OP-Personal das größte operationelle Risiko darstellt.

Bundesweit fehlen laut Pflegeverbänden mehr als 10.000 OP-Fachkräfte – das zwingt Chirurgen in Kliniken und ambulanten OP-Zentren, eigene Bindungsstrategien zu entwickeln, statt ausschließlich auf externe Bewerber zu warten.

Hintergrund

In Deutschland gibt es rund 8.500 niedergelassene Chirurgen, viele davon als Belegärzte oder in ambulanten OP-Zentren tätig. Hinzu kommen tausende Chirurgen in Kliniken, oft in Weiterbildung. Die Personalplanung für OP-Einheiten ist besonders komplex, weil ein funktionierendes OP-Team aus Facharzt, Assistenz, OP-Pflege und Anästhesie bestehen muss – und alle vier Rollen simultan besetzt sein müssen.

OP-Pflegefachkräfte haben eine dreijährige Spezialausbildung und verdienen laut Tarifvertrag TV-Ärzte und verwandter Tarife 3.200 bis 4.500 Euro brutto im Monat. Der Wettbewerb um diese Fachkräfte ist intensiv, weil Zeitarbeitsfirmen teils deutlich höhere Stundensätze bieten. Chirurgische Praxisinhaber können dem mit Festanstellungsprämien, Dienstplanstabilität und internen Fortbildungsbudgets begegnen.

Ärzteversichert empfiehlt niedergelassenen Chirurgen, neben der Personalabsicherung auch einen Praxisausfallschutz zu prüfen, der bei krankheitsbedingten OP-Absagen greift.

Wann gilt das nicht?

Klinisch angestellte Chirurgen ohne Führungs- und Personalverantwortung benötigen keine eigene Personalstrategie. In stark regulierten Klinikstrukturen liegt die Personalplanung bei der Pflegedirektion.

Quellen

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