Kinderärzte brauchen eine Personalstrategie, die nicht nur auf Fachkompetenz, sondern besonders auf Sozialkompetenz und Stressresilienz im Umgang mit Kindern und Eltern setzt.
Hintergrund
Rund 7.000 Kinder- und Jugendärzte sind laut KBV in Deutschland niedergelassen. Die Herausforderung liegt nicht nur im allgemeinen MFA-Mangel, sondern in der spezifischen Anforderung: MFA in Kinderarztpraxen müssen gleichzeitig Kinder beruhigen, Eltern informieren, Impfpässe verwalten und U-Untersuchungen vorbereiten. Das ist anspruchsvoller als in vielen anderen Fachrichtungen.
Kinderärzte, die ihre Praxis als attraktiven Arbeitgeber positionieren wollen, setzen auf klare Strukturen in Stoßzeiten (Raumzuteilung, Triage), faire Dienstplanung, keine Abendsprechstunden ohne Ausgleich sowie ein Team-Zusammengehörigkeitsgefühl. Weiterbildungen in Kommunikation mit Eltern oder in pädagogischer Gesprächsführung werden von erfahrenen Mitarbeiterinnen als Wertschätzung erlebt.
Ärzteversichert empfiehlt Kinderärzten, auch die eigene psychische Belastung in der BU-Absicherung zu berücksichtigen, da burnoutbedingte Berufsunfähigkeit in der Pädiatrie ein reales Risiko ist.
Wann gilt das nicht?
In klinisch-stationären Settings, etwa in pädiatrischen Abteilungen, liegt die Personalstrategie bei der Krankenhausleitung und der Pflegedirektion, nicht beim einzelnen Arzt.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): Kinder- und Jugendärztliche Versorgungsstruktur
- Bundesärztekammer: Facharztweiterbildung Kinder- und Jugendmedizin
- Bundesministerium für Gesundheit: Kindergesundheit und pädiatrische Versorgung
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