Neurologen brauchen eine Personalstrategie, die auf die Gewinnung und langfristige Bindung neurophysiologisch geschulter MFA ausgerichtet ist, weil EEG- und EMG-Assistenz bundesweit nur begrenzt verfügbar ist.

Erfahrene MFA mit Kenntnissen in EEG-Ableitung, Schlafdiagnostik und neurophysiologischer Assistenz sind in neurologischen Praxen so selten, dass einzelne Ausschreibungen teils monatelang unbesetzt bleiben – wer dieses Personal nicht hält, verliert direkt diagnostische Kapazität.

Hintergrund

Rund 3.200 Neurologen sind laut KBV in Deutschland niedergelassen. Die Fachrichtung hat einen vergleichsweise hohen Geräteeinsatz: EEG-Anlagen, EMG/ENG-Geräte, evozierte Potenziale und Ultraschall für neurovaskuläre Diagnostik erfordern speziell geschultes Assistenzpersonal. Dieses Personal ist selten, weil die Zusatzausbildungen in Neurophysiologie nicht standardisiert sind und nur wenige MFA sie absolvieren.

Neurologen als Praxisinhaber profitieren davon, wenn sie selbst intern ausbilden: Eine engagierte MFA, die über 12 bis 18 Monate systematisch in die EEG-Ableitung eingeführt wird, entwickelt eine seltene Kompetenz, die am Markt sehr gefragt ist. Praxen, die diese Mitarbeitenden halten wollen, bieten übertarifliche Vergütung (20 bis 26 Euro/Stunde für erfahrene neurophysiologische MFA), Fortbildungsunterstützung und Planbarkeit in der Arbeitszeit.

Ärzteversichert empfiehlt Neurologen als Praxisinhaber, bei der eigenen BU-Absicherung besonders auf Feinmotorik und kognitive Leistungsfähigkeit als versicherte Berufsmerkmale zu achten.

Wann gilt das nicht?

In neurologischen Kliniken und Abteilungen liegt die Personalplanung beim Träger; niedergelassene Neurologen ohne eigene Praxis haben keine Personalverantwortung. In reinen Konsiliarmodellen entfällt die technische Assistenz weitgehend.

Quellen

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