Für Kardiologen empfehlen sich QM-Systeme, die die gesetzlichen Anforderungen der KBV-Qualitätsmanagement-Richtlinie erfüllen und gleichzeitig auf die Besonderheiten der Kardiologie zugeschnitten sind.

Vertragsärzte sind nach § 135a SGB V verpflichtet, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement einzuführen. Für Kardiologen besonders geeignet ist AQUA-QS oder ISO 9001. Die KBV-QM-Richtlinie gibt einen verbindlichen Rahmen vor, lässt aber die Wahl des Systems offen.

Hintergrund

Kardiologen mit Herzkatheterlabor müssen an der sektorenübergreifenden QS des IQTIG (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) teilnehmen. Für Praxen ohne Katheter ist QEP geeignet. Die KBV-QM-Richtlinie (zuletzt aktualisiert 2023) legt fest, welche Grundelemente jedes QM-System erfüllen muss: Patientensicherheit, Beschwerdemanagement, CIRS (Fehlermeldewesen), Hygiene und Mitarbeiterorientierung. Ein vollständig implementiertes QM-System kann bei der KV nachgewiesen werden und ist Voraussetzung für bestimmte Sondervergütungen. Die Implementierungskosten für ein zertifiziertes QM-System liegen zwischen 2.000 und 8.000 Euro, je nach Praxisgröße und gewähltem System. Jährliche Auditkosten betragen 500 bis 1.500 Euro.

Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen, QM-Einführung und Versicherungsschutz (insbesondere Berufshaftpflicht) aufeinander abzustimmen, da ein gutes QM Haftungsrisiken messbar reduziert.

Wann gilt das nicht?

Rein konservative Kardiologen ohne invasive Diagnostik haben vereinfachte QM-Anforderungen. Ärzte, die ausschließlich gutachterlich tätig sind ohne eigene Praxis, unterliegen nicht der KBV-QM-Richtlinie.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →