Anleihen bietet Ärzten interessante Investmentmöglichkeiten, ist aber mit spezifischen Risiken verbunden, die es im Kontext eines ärztlichen Gesamtvermögensportfolios zu berücksichtigen gilt.
Anleihen gelten als sicherer als Aktien, tragen aber Zinsänderungs-, Bonitäts- und Inflationsrisiken. Steigende Zinsen führen direkt zu sinkenden Anleihekursen – ein Risiko, das 2022 zu Verlusten von bis zu 25 Prozent bei Langläufern führte.
Hintergrund
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere mit Rückzahlungsanspruch. Das Zinsänderungsrisiko ist das größte Risiko: Bei einem Zinsanstieg von einem Prozentpunkt verliert eine 10-jährige Anleihe ca. 8 bis 10 Prozent an Wert. Staatsanleihen höchster Bonität (Deutschland, USA) tragen kaum Ausfallrisiko, aber hohes Inflationsrisiko in Hochinflationsphasen. Unternehmensanleihen mit niedrigem Rating (High Yield) bieten höhere Zinsen bei erhöhtem Ausfallrisiko. Für Ärzte mit hohem Einkommensteuer-Satz ist die Rendite nach Steuern (Abgeltungsteuer 25 %) oft geringer als erwartet.
Ärzteversichert empfiehlt Ärzten, Kapitalanlagen stets im Kontext ihrer Gesamtversorgungssituation zu planen, zu der auch die Versorgungswerksrente und die Berufsunfähigkeitsabsicherung gehören.
Wann gilt das nicht?
Kurzlaufende Staatsanleihen (Laufzeit unter 2 Jahren) und inflationsindexierte Anleihen haben deutlich geringere Zinsänderungsrisiken.
Quellen
- BaFin – Verbraucherschutz Kapitalanlage
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalanlage und Steuern
- GDV – Vermögensschutz
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