ETF-Portfolio bietet Ärzten interessante Investmentmöglichkeiten, ist aber mit spezifischen Risiken verbunden, die es im Kontext eines ärztlichen Gesamtvermögensportfolios zu berücksichtigen gilt.

ETF-Portfolios gelten als risikoärmere Anlageform, tragen aber Marktrisiko, Währungsrisiko und das Risiko der zugrunde liegenden Indizes – ein globaler Markteinbruch von 30 bis 50 Prozent (wie 2008) ist möglich.

Hintergrund

ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index passiv ab und sind kostengünstig (TER von 0,05 bis 0,5 Prozent). Sie sind gut diversifiziert, aber nicht risikolos: Beim globalen Markteinbruch 2020 verlor ein MSCI World ETF innerhalb von sechs Wochen ca. 34 Prozent. Synthetische ETFs (SWAP-basiert) tragen zusätzlich Kontrahentenrisiko. Währungsrisiken entstehen bei nicht EUR-gesicherten Positionen (z. B. US-Aktien in USD). Für Ärzte mit geplanten Ausgaben in 3 bis 5 Jahren ist ein ETF-Depot nicht geeignet, da Kursverluste vor dem Verkaufszeitpunkt nicht ausgeglichen sein könnten. Empfehlenswert ist ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren.

Ärzteversichert empfiehlt Ärzten, Kapitalanlagen stets im Kontext ihrer Gesamtversorgungssituation zu planen, zu der auch die Versorgungswerksrente und die Berufsunfähigkeitsabsicherung gehören.

Wann gilt das nicht?

Short-ETFs (inverse ETFs) und gehebelte ETFs haben deutlich höhere Risikostrukturen und eignen sich nicht als Basisanlage. Bei Nischenmärkten (z. B. Sektor-ETFs Biotechnologie) ist die Diversifikation eingeschränkt.

Quellen

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