Onkologen sind besonderen beruflichen Risiken ausgesetzt: Die Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen erhöht das Haftungsrisiko erheblich, die emotionale Belastung durch den Umgang mit schwerkranken Patienten begünstigt Burnout, und der Kontakt mit Zytostatika birgt eigene Gesundheitsrisiken.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Haftungsrisiko bei Behandlungsfehlern in der Onkologie ist besonders hoch, da Patientenschäden lebensbedrohlich sein können
  • Burnout und psychische Erschöpfung sind in der Onkologie überdurchschnittlich verbreitet
  • Exposition gegenüber Zytostatika kann Langzeitfolgen für die Gesundheit des Arztes haben

Ausführliche Antwort

In der Onkologie sind Behandlungsfehler besonders gravierend: Eine zu späte oder falsche Diagnose, ein Fehler bei der Chemotherapiedosierung oder eine unzureichende Aufklärung über Therapierisiken kann für Patienten lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Die Berufshaftpflicht des Onkologen muss daher hohe Deckungssummen aufweisen. Niedergelassene Onkologen werden empfohlen, Deckungssummen von mindestens 5 Millionen Euro für Personenschäden zu vereinbaren.

Psychische Risiken: Studien zeigen, dass Onkologen eine der höchsten Burnout-Raten aller Fachrichtungen aufweisen. Der tägliche Umgang mit sterbendem Patienten, Entscheidungen über Therapiebegrenzung und die emotionale Belastung durch Therapieversagen führen zu chronischer Erschöpfung. Ein Burnout kann zur Berufsunfähigkeit führen, weshalb eine BU-Versicherung mit Mitversicherung psychischer Erkrankungen besonders wichtig ist.

Gesundheitsrisiko durch Zytostatika: Onkologen und ihr Personal, die regelmäßig Zytostatika zubereiten oder applizieren, sind Exposition gegenüber krebserzeugenden Substanzen ausgesetzt. Schutzausrüstung und entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen nach TRGS 525 reduzieren das Risiko, aber eine Berufsunfall- oder Berufskrankheitsanerkennung ist möglich, wenn Schutzmaßnahmen unzureichend waren.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Onkologen sollten ihre Berufshaftpflicht-Deckungssummen regelmäßig überprüfen, da das Haftungsvolumen in der Onkologie stetig steigt. Ärzteversichert empfiehlt onkologisch tätigen Ärzten eine umfassende Risikoanalyse, die Berufshaftpflicht, BU und auch betriebliche Gesundheitsschutzmaßnahmen einbezieht.

Quellen und weiterführende Informationen

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