Ärzte, die kurz vor dem Ruhestand stehen, unterschätzen häufig die Risiken der Übergangsphase und der ersten Rentenjahre. Finanzielle Fehleinschätzungen, fehlender Versicherungsschutz nach dem Berufsleben und gesundheitliche Risiken können den wohlverdienten Ruhestand empfindlich belasten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Langlebigkeitsrisiko: Die Rente muss 20 bis 35 Jahre reichen, was viele Ärzte unterschätzen
  • Inflationsrisiko: Eine Versorgungswerksrente von heute verliert ohne Anpassung real an Kaufkraft
  • Haftungsrisiken aus der Berufszeit enden nicht mit der Approbationsrückgabe

Ausführliche Antwort

Das Langlebigkeitsrisiko ist das am meisten unterschätzte Risiko kurz vor dem Ruhestand: Ein 65-jähriger Arzt hat eine statistische Lebenserwartung von 85 Jahren, bei guter Gesundheit auch 90 Jahre und mehr. Die Versorgungswerksrente muss also 20 bis 30 Jahre reichen. Wer ausschließlich auf die Versorgungswerksrente setzt und kein ergänzendes Kapitalvermögen aufgebaut hat, riskiert im hohen Alter einen deutlichen Lebenstandardrückgang.

Das Inflationsrisiko betrifft Ärzte besonders, weil die Rentenanpassungen der Versorgungswerke nicht immer mit der realen Preissteigerung Schritt halten. Eine Inflationsrate von 3 Prozent jährlich halbiert die Kaufkraft einer Rente in etwa 24 Jahren. Wer mit 65 Jahren 4.000 Euro monatlich Rente bezieht, hat bei 3 Prozent Inflation im Jahr 89 effektiv nur noch 2.000 Euro Kaufkraft.

Haftungsrisiken aus der Berufszeit verjähren erst nach Ablauf der gesetzlichen Fristen. Eine Berufshaftpflichtversicherung sollte nach Ende der beruflichen Tätigkeit als sogenannte Nachmeldeversicherung (Run-off-Deckung) für mindestens 5 bis 10 Jahre weitergeführt werden, um Schadenersatzforderungen aus zurückliegenden Behandlungen absichern zu können.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Ärzte, die in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand eintreten möchten, sollten spätestens jetzt eine Ruhestandsanalyse erstellen und alle Einkommensquellen, Verbindlichkeiten und Risiken systematisch erfassen. Ärzteversichert begleitet diesen Prozess und sorgt dafür, dass keine Schutzlücke im Übergang in den Ruhestand entsteht.

Quellen und weiterführende Informationen

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