Chefärzte stehen an der Spitze der klinischen Hierarchie und tragen gleichzeitig eine außergewöhnlich hohe persönliche Haftung. Viele sind sich der konkreten Risiken ihres Status nur unzureichend bewusst, was im Schadensfall zu existenziellen finanziellen Belastungen führen kann. Drei Bereiche werden besonders häufig unterschätzt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die persönliche Haftung als leitender Arzt geht über die Standard-Berufshaftpflicht hinaus
  • Liquidationseinnahmen sind häufig unterversichert oder gar nicht in die BU-Rentenberechnung einbezogen
  • Chefarztverträge enthalten oft keine ausreichende Absicherung bei krankheitsbedingtem Berufsunfähigkeit

Ausführliche Antwort

Chefärzte haften in ihrer Doppelrolle als klinischer Leiter und Arbeitgeber in besonderem Maße. Behandlungsfehler im eigenen Fachbereich können auch dann zur persönlichen Haftung führen, wenn der Fehler durch einen Assistenzarzt begangen wurde, sofern eine mangelhafte Supervision nachgewiesen wird. Viele Chefarzt-Haftpflichtpolicen decken diese Organisationshaftung nicht ausreichend ab. Ergänzende D&O-Deckungen (Directors-and-Officers-Versicherung) sind für Chefärzte in leitender Krankenhausfunktion empfehlenswert.

Ein zweites unterschätztes Risiko ist die Absicherung der Privatliquidation. Wer 80.000 bis 150.000 Euro jährlich aus Privatliquidation einnimmt, sollte diesen Einkommensanteil in der BU-Rente berücksichtigen. Viele bestehende Policen wurden jedoch zu einem früheren Karrierezeitpunkt abgeschlossen und spiegeln das heutige Einkommensniveau nicht mehr wider. Drittens unterschätzen viele Chefärzte das Risiko einer vorzeitigen Auflösung des Chefarztvertrags durch den Krankenhausträger, die ohne ausreichende Berufsrechtsschutzversicherung sehr teuer werden kann.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Chefärzte sollten ihren gesamten Versicherungsschutz spätestens alle drei Jahre überprüfen lassen. Ärzteversichert analysiert speziell für leitende Ärzte die Deckungssummen, erkennt Lücken und schlägt gezielte Erweiterungen vor, ohne überflüssige Policen zu empfehlen.

Quellen und weiterführende Informationen

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