Ärzte, die sich in der letzten Phase ihrer Berufstätigkeit befinden, sollten eine möglichst hohe Sparrate anstreben, um verbleibende Versorgungslücken zu schließen. Als Richtwert gilt: Wer weniger als zehn Jahre bis zum Renteneintritt hat, sollte mindestens 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Altersvorsorge zurücklegen. Dies setzt eine sorgfältige Analyse des tatsächlichen Versorgungsbedarfs voraus.

Hintergrund

Die Sparrate in den letzten Berufsjahren hat einen überproportional großen Einfluss auf die Gesamtversorgung, da die angesammelten Mittel weniger Zeit haben, sich zu verzinsen. Folgende Faktoren sind für die Bestimmung der realistischen Sparrate relevant:

  • Verbleibende Zeit bis zum Renteneintritt: Je kürzer der Zeitraum, desto höher muss die Sparrate sein, um ein definiertes Versorgungsziel zu erreichen.
  • Vorhandenes Vermögen: Wer bereits erhebliches Vermögen (Immobilien, Wertpapiere, Rückkaufswerte) aufgebaut hat, kann mit einer geringeren laufenden Sparrate auskommen.
  • Erwartete Versorgungswerksrente: Das ärztliche Versorgungswerk liefert bei der zuständigen Kammer auf Anfrage eine Rentenprognose, die als Planungsgrundlage dient.
  • Liquiditätsbedarf: In der Schlussphase der Berufstätigkeit steigen oft Aufwendungen für Praxisübergabe, Nachfolgeplanung oder Gesundheitsvorsorge.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Versorgungsanalyse durchführen: Lassen Sie Ihre erwarteten Rentenansprüche aus Versorgungswerk, eventuell DRV und weiteren Quellen gegen den geplanten Lebensstandard im Ruhestand gegenüberstellen.
  2. Schulden abbauen: Vor dem Ruhestand sollten nach Möglichkeit alle Verbindlichkeiten, insbesondere Hypotheken und Praxisdarlehen, getilgt sein.
  3. Entnahmeplan entwickeln: Wer bereits Vermögen aufgebaut hat, sollte frühzeitig einen strukturierten Entnahmeplan entwickeln.
  4. Steuerliche Optimierung nutzen: Rürup-Beiträge sind bis kurz vor Renteneintritt sinnvoll. Zudem können Einmalzahlungen in Pensionskassen steuerliche Vorteile bieten.
  5. Ärzteversichert kontaktieren: Eine individuelle Bestandsaufnahme Ihrer Versicherungen und Vorsorgebausteine hilft, Lücken zu erkennen und gezielt zu schließen.

Quellen:

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