Fachärzte in der Klinik oder Niederlassung erzielen in der Regel Einkommen zwischen 80.000 und 180.000 Euro brutto jährlich. Als realistische Sparrate empfehlen Finanzplaner 15 bis 25 Prozent des Nettoeinkommens. Das ärztliche Versorgungswerk bildet dabei die solide Basis, die durch private Anlageformen ergänzt werden sollte.
Hintergrund
Für Fachärzte sind folgende Aspekte bei der Sparrate zu berücksichtigen:
- Versorgungswerk als Fundament: Pflichtbeiträge zum ärztlichen Versorgungswerk sichern eine Basisrente. Diese deckt je nach Einzahldauer und Fachrichtung typischerweise 40 bis 60 Prozent des letzten Nettoeinkommens ab.
- Versorgungslücke: Die Differenz zwischen erwartetem Rentenniveau und gewünschtem Lebensstandard muss durch private Altersvorsorge geschlossen werden.
- Kreditverpflichtungen: Niedergelassene Fachärzte haben häufig Praxisfinanzierungen oder Immobiliendarlehen laufen, die die freie Sparrate begrenzen.
- Berufseinstiegsphase: In den ersten Facharztstellen sind Kreditrate und Aufbauinvestitionen oft hoch, was die Sparrate temporär begrenzt.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Versorgungswerksauszug anfordern: Die zuständige Ärztekammer stellt eine Prognose der zu erwartenden Versorgungsrente aus. Nutzen Sie diese als Planungsgrundlage.
- Private Ergänzungsvorsorge aufbauen: ETF-Sparpläne, fondsgebundene Rentenversicherungen oder Rürup-Rente sind bewährte Ergänzungen.
- Sparrate schrittweise erhöhen: Beginnen Sie mit 10 Prozent und erhöhen Sie die Rate mit jeder Gehaltserhöhung oder Umsatzsteigerung.
- Notfallreserve beachten: Drei bis sechs Monatsnettogehälter sollten als liquide Reserve verfügbar bleiben, bevor zusätzlich in illiquide Anlageformen investiert wird.
- Ärzteversichert zu Rate ziehen: Ein Gespräch zu Berufsunfähigkeitsversicherung und ergänzender Altersvorsorge hilft, die Vorsorgestrategie abzurunden.
Quellen:
- Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen: www.abv.de
- Verbraucherzentrale, Altersvorsorge: www.verbraucherzentrale.de
- Stiftung Warentest, Vorsorge für Ärzte: www.test.de
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