Für Medizinstudenten ist eine hohe Sparrate kaum realistisch, da die Einnahmen aus BAföG, Nebenjobs und elterlichem Unterhalt in der Regel die Lebenshaltungskosten kaum decken. Dennoch lohnt es sich, bereits mit kleinen Beträgen zu beginnen: Dank des Zinseszinseffekts über 35 bis 40 Jahre Berufsleben kann bereits ein monatlicher ETF-Sparplan von 50 Euro einen erheblichen Betrag aufbauen.
Hintergrund
Die finanzielle Situation von Medizinstudenten ist geprägt von:
- Geringen laufenden Einnahmen: BAföG liegt bei maximal rund 1.000 Euro monatlich, Nebenjobeinnahmen sind durch den Studienstress begrenzt.
- Hohen Ausbildungskosten: Lehrbücher, Präparationskurse, Fahrten und ggf. Mietkosten für einen Studienort übersteigen oft die verfügbaren Mittel.
- Langer Anlagehorizont: Mit 22 bis 28 Jahren haben Medizinstudenten noch 35 bis 45 Jahre bis zum typischen Renteneintrittsalter eines Arztes. Selbst kleine Beträge entfalten durch den Zinseszinseffekt enorme Wirkung.
- Keine Pflichtbeiträge ins Versorgungswerk: Erst mit Approbation und ärztlicher Tätigkeit beginnen die Versorgungswerksbeiträge.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Klein anfangen: Ein ETF-Sparplan mit 25 bis 50 Euro monatlich ist realistisch und schafft früh gute Gewohnheiten.
- Kosten minimieren: Wer im Studium wenig ausgibt, kann mehr für Vorsorge verwenden. Studentische Konten und Depot-Angebote ohne Gebühren nutzen.
- Berufsunfähigkeitsversicherung priorisieren: Im Studium sind die Beiträge zur BU am günstigsten. Diese Priorität sollte Sparzielen vorgehen.
- Nebenjob nutzen: Einkünfte aus Werkstudentenjobs oder wissenschaftlichen Hilfsstellen können gezielt für Sparziele eingesetzt werden.
- Ärzteversichert frühzeitig kontaktieren: Gerade beim ersten Abschluss einer BU-Versicherung im Studium zahlen sich frühe Weichenstellungen aus.
Quellen:
- Bundesministerium für Bildung, BAföG: www.bafög.de
- Stiftung Warentest, Altersvorsorge früh starten: www.test.de
- Verbraucherzentrale, Einsteiger-Altersvorsorge: www.verbraucherzentrale.de
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