Niedergelassene Ärzte verfügen je nach Fachrichtung und Praxisform über sehr unterschiedliche Überschüsse. Als Orientierungswert gilt: 20 bis 30 Prozent des Praxisüberschusses (nach Steuern und Praxiskosten) sollten für Altersvorsorge und Vermögensaufbau reserviert werden. Besonders wichtig ist dabei die Trennung von Betriebs- und Privatvermögen.
Hintergrund
Für niedergelassene Ärzte sind folgende Besonderheiten bei der Sparrate zu beachten:
- Einkommensschwankungen: Honorarumsätze schwanken je nach Quartal, Patientenzahl und KV-Budget. Die Sparrate sollte auf Basis des durchschnittlichen Jahresüberschusses definiert werden.
- Investitionsbedarf in der Praxis: Praxisausstattung, Digitalisierungsinvestitionen und Umbaumaßnahmen konkurrieren mit privaten Sparzielen. Ein klarer Investitionsplan ist wichtig.
- Versorgungswerk und GKV: Niedergelassene Ärzte zahlen Pflichtbeiträge ins Versorgungswerk. Diese bilden die Rentenbasis, sind aber durch Höchstbeiträge begrenzt.
- Freiwillige Mehrleistungen: Über den Pflichtbeitrag hinaus können Versorgungswerksmitglieder in vielen Kammern Zusatzbeiträge leisten und so ihre Rente erhöhen.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Privatentnahmen regulieren: Legen Sie eine feste monatliche Entnahme aus der Praxis fest und sparen Sie davon einen definierten Prozentsatz privat.
- Rürup-Rente nutzen: Für Selbstständige ohne Pflichtrentenversicherung ist die Rürup-Rente das steuerlich effizienteste Vorsorgeprodukt.
- Rücklagen im Betrieb bilden: Praxisrücklagen für Investitionen und Übergangsphasen separat von privaten Sparzielen führen.
- Liquiditätspuffer vorhalten: Mindestens drei bis sechs Monatsausgaben (privat und betrieblich) als liquide Reserve verfügbar halten.
- Beratung bei Ärzteversichert: Die Kombination aus Berufsunfähigkeitsabsicherung, Krankentagegeld und privater Altersvorsorge sollte regelmäßig überprüft werden.
Quellen:
- Kassenärztliche Bundesvereinigung, Honorarbericht: www.kbv.de
- Stiftung Warentest, Altersvorsorge Selbstständige: www.test.de
- Bundesministerium für Arbeit, Selbstständige und Altersvorsorge: www.bmas.de
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →