Im Praktischen Jahr (PJ) erhalten Medizinstudierende eine Aufwandsentschädigung, die je nach Bundesland und Klinik zwischen 600 und 1.200 Euro monatlich liegt. Bei diesen Beträgen ist eine nennenswerte Sparrate kaum realistisch. Sinnvoller als aggressives Sparen ist im PJ der Abschluss einer günstigen Berufsunfähigkeitsversicherung, die im frühen Einstiegsalter erheblich günstiger ist als später.
Hintergrund
Die finanzielle Situation im PJ ist geprägt von:
- Geringer Aufwandsentschädigung: Die Zahlung ist freiwillig und variiert stark zwischen den Universitätskliniken und akademischen Lehrkrankenhäusern.
- Fortlaufenden Lebenshaltungskosten: Miete, Lebensmittel und Fahrkosten laufen weiter. Häufig sind PJ-Studenten auf elterliche Unterstützung oder BAföG angewiesen.
- Nur etwa zwölf Monate Dauer: Das PJ ist eine kurze Phase. Finanzielle Entscheidungen, die im PJ getroffen werden, haben daher eher strategischen als mengenmäßigen Charakter.
- Bald stark steigendes Einkommen: Mit Beginn der Assistenzarztstelle steigt das Einkommen schlagartig auf 5.000 bis 6.000 Euro brutto monatlich. Dann erst beginnt die Phase des eigentlichen Vermögensaufbaus.
Praktische Hinweise für Ärzte
- BU-Versicherung abschließen: Noch im PJ eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen ist der wichtigste finanzielle Schritt, da die Beiträge mit steigendem Alter und eventuellen Vorerkrankungen deutlich steigen.
- Konsumausgaben begrenzen: Neue Anschaffungen, Reisen und Konsumausgaben nach Möglichkeit auf die Zeit nach Berufseinstieg verschieben.
- Girokonto und Depot einrichten: Wer noch kein Wertpapierdepot hat, kann es jetzt eröffnen und mit kleinen Beträgen erste Erfahrungen sammeln.
- Finanziellen Fahrplan für Assistenzarztstelle entwickeln: Überlegen Sie jetzt, wie Sie mit dem ersten Gehalt umgehen wollen. Automatische Sparpläne ab dem ersten Gehaltseingang sind besonders effektiv.
- Ärzteversichert kontaktieren: Gerade beim ersten BU-Abschluss zahlt sich unabhängige Beratung aus. Ärzteversichert kennt die spezifischen Anforderungen angehender Ärzte.
Quellen:
- Marburger Bund, PJ-Aufwandsentschädigung: www.marburger-bund.de
- Stiftung Warentest, Berufsunfähigkeitsversicherung: www.test.de
- Bundesärztekammer, Berufseinstieg: www.bundesaerztekammer.de
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