Für Chirurgen, die eine eigene Praxis oder ambulante Operationseinheit eröffnen möchten, sind Standortfaktoren besonders komplex, weil neben der Patientendichte auch Kooperationsmöglichkeiten mit Kliniken und Zuweisernetzwerke entscheidend sind.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für chirurgische Praxen ist die Nähe zu einem Krankenhaus wichtig, das als Rückfallmöglichkeit bei Komplikationen dient
  • Die Bedarfszulassungsplanung der KV bestimmt, ob in einer Region überhaupt eine neue Zulassung möglich ist
  • Kooperationen mit niedergelassenen Hausärzten und Orthopäden sind die wichtigste Zuweiserquelle für chirurgische Praxen

Ausführliche Antwort

Chirurgische Praxen, die ambulante Operationen durchführen, unterliegen besonderen Anforderungen an die Raumsituation: Operationsräume müssen nach den Hygienerichtlinien der Ärztekammern ausgestattet sein, was Investitionen von 50.000 bis 200.000 Euro erfordert. Darüber hinaus ist die Nähe zu einem Krankenhaus wichtig, das im Fall von Komplikationen innerhalb von 15 Minuten erreichbar ist.

Die demographische Zusammensetzung der Bevölkerung im Einzugsgebiet ist für Chirurgen relevant: Eine Region mit hohem Anteil älterer Menschen bietet mehr Operationspotenzial für elektive Eingriffe wie Hernienreparaturen oder Arthroskopien. Umgekehrt bieten städtische Regionen mit junger Bevölkerung mehr Sportmedizinische Eingriffe. Der durchschnittliche chirurgische Praxisumsatz liegt laut KBV-Statistik bei 350.000 bis 550.000 Euro jährlich.

Worauf Chirurgen bei der Standortwahl besonders achten sollten

Die Betriebshaftpflicht für chirurgische Eingriffe, insbesondere für ambulante Operationen, ist deutlich teurer als für reine Diagnosepraxen. Ärzteversichert empfiehlt, die Versicherungskosten frühzeitig in die Standortplanung einzubeziehen, da diese je nach Fachgebiet und Eingriffsvolumen 3.000 bis 8.000 Euro jährlich betragen können.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →