HNO-Ärzte benötigen für eine wirtschaftlich erfolgreiche Praxis einen ausreichend großen Einzugsbereich und eine günstigen Altersstruktur. Besonders wichtig sind außerdem die Kooperationsmöglichkeiten mit Phoniatrie, Audiologie und der nächsten HNO-Klinik sowie das IGeL-Potenzial für Hörgeräteversorgung und Allergologie.

Hintergrund

Folgende Standortfaktoren sind für HNO-Ärzte besonders relevant:

  • Bedarfsplanung: HNO-Ärzte werden als Fachärzte in der KV-Bedarfsplanung erfasst. Die Versorgungsgrade variieren stark zwischen ländlichen und städtischen Bereichen.
  • Altersstruktur: Altersbezogene Erkrankungen wie Hörverlust, Schwindel und Tinnitus sind häufig. Regionen mit hohem Seniorenanteil bieten gute Patientenbasis.
  • Kinderanteil: Adenoide, Paukenergüsse und Schlafapnoe bei Kindern sind häufige Behandlungsfelder. Regionen mit jungen Familien bieten ein breites Patientenspektrum.
  • IGeL-Potenzial: Hörgeräteversorgung, Allergiediagnostik und Schlaflaboruntersuchungen sind relevante Privatleistungen.
  • Ambulantes Operieren: HNO-Eingriffe sind häufig ambulant durchführbar. Eine entsprechende Praxisausstattung und Kooperationsstrukturen sind Standortvoraussetzungen.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Planungsstelle bei der KV erfragen: Vor jeder Standortentscheidung den Versorgungsgrad des gewünschten Bereichs prüfen.
  2. Ambulante OP-Möglichkeiten einplanen: Wer ambulante HNO-Eingriffe anbieten möchte, benötigt entsprechende Raumstruktur und muss Vereinbarungen nach § 115b SGB V beachten.
  3. Hörgeräteversorgung aufbauen: Eine Kooperation mit einem Akustiker oder eine eigene Hörgeräteversorgung kann die Praxiseinnahmen erheblich steigern.
  4. Schlaflabor-Kooperation klären: Schlafapnoediagnostik ist ein wachsendes Feld; Kooperationsverträge mit Schlaflabors ermöglichen entsprechende Zuweisungen.
  5. Berufshaftpflicht und Betriebshaftpflicht mit Ärzteversichert abklären: Operative Tätigkeiten im ambulanten Bereich erfordern angepasste Absicherung.

Quellen:

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