Palliativmediziner sind überwiegend im Rahmen von SAPV-Teams, Palliativstationen oder Hospizen tätig. Die Standortwahl richtet sich nach den vorhandenen Versorgungsstrukturen, der Kooperationsbereitschaft mit Pflegeeinrichtungen und der Möglichkeit, ein stabiles SAPV-Team aufzubauen.
Hintergrund
Entscheidende Standortfaktoren für Palliativmediziner:
- SAPV-Strukturen: Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) nach § 37b SGB V wird über Verträge zwischen Kassen und SAPV-Teams finanziert. Das Vorhandensein oder der Aufbau eines SAPV-Teams ist die wichtigste Grundlage.
- Kooperationspartner: Hausärzte, Pflegeeinrichtungen, Hospize und Krankenhäuser sind unverzichtbare Partner in der palliativmedizinischen Versorgung.
- Bevölkerungsstruktur: Regionen mit hohem Seniorenanteil und vielen Pflegeeinrichtungen haben einen höheren SAPV-Bedarf.
- Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV): Hausärzte übernehmen die AAPV. Palliativmediziner unterstützen in komplexen Fällen. Das Netzwerk mit Hausärzten ist daher essenziell.
- Wegezeiten: SAPV-Teams fahren zum Patienten. Standorte mit großen Fahrzeiten senken die Effizienz erheblich.
Praktische Hinweise für Ärzte
- SAPV-Vertrag anstreben: Kontaktieren Sie die zuständige Krankenkasse und die KV frühzeitig, um die Voraussetzungen für einen SAPV-Vertrag zu erfüllen.
- Netzwerk aufbauen: Initiieren Sie Treffen mit Hausärzten, Pflegediensten und Hospizen in der Region, um ein stabiles Versorgungsnetzwerk zu etablieren.
- Qualifikation sichern: Die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin ist Voraussetzung für die meisten SAPV-Tätigkeiten.
- Psychohygiene einplanen: Palliativmedizin ist emotional belastend. Supervision und Peer-Support sollten am Standort verfügbar sein.
- Berufshaftpflicht für aufsuchende Tätigkeit mit Ärzteversichert besprechen: Hausbesuchstätigkeit erfordert angepassten Versicherungsschutz.
Quellen:
- Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: www.dgpalliativmedizin.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung, SAPV: www.kbv.de
- Bundesministerium für Gesundheit, Palliativversorgung: www.bundesgesundheitsministerium.de
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →