Zahnärzte benötigen bei ihrer Standortwahl keine KV-Bedarfsplanung, profitieren aber von einer sorgfältigen Analyse von Kaufkraft, Konkurrenz und Bevölkerungsstruktur. Besonders relevant sind IGeL-Potenzial für Bleaching und Implantate sowie die Möglichkeit, Privatpatienten anzusprechen.

Hintergrund

Wichtige Standortfaktoren für Zahnärzte:

  • Keine KV-Bedarfsplanung: Zahnärzte sind nicht in die vertragsärztliche Bedarfsplanung nach SGB V eingebunden. Die Niederlassungsfreiheit ermöglicht flexible Standortwahl.
  • Kaufkraft der Region: Hochwertige Versorgung mit Implantaten, Bleaching und Keramik-Kronen ist in kaufkräftigen Regionen stärker nachgefragt.
  • Wettbewerb: Die Zahnarztdichte variiert stark. Über 40 Kassenzahnärztliche Vereinigungen veröffentlichen regionale Daten zur Versorgungssituation.
  • Privatpatientenanteil: Regionen mit hohem PKV-Versichertenanteil bieten bessere Privatpatientenstruktur, was für hochwertige Zahnmedizin vorteilhaft ist.
  • Lage und Sichtbarkeit: Eine gut sichtbare, zentral gelegene Praxis zieht mehr Laufkundschaft an als ein schwer auffindbarerer Standort.

Praktische Hinweise für Ärzte

  1. Marktanalyse durchführen: Analysieren Sie Zahnarztdichte, Kaufkraft, Altersstruktur und PKV-Anteil im geplanten Einzugsgebiet.
  2. Praxisübernahme prüfen: Mit einem bestehenden Patientenstamm starten ist oft wirtschaftlicher als eine Neugründung.
  3. Spezialisierung einplanen: Implantologie, Kieferorthopädie oder ästhetische Zahnmedizin als Spezialisierung erfordert spezifische Standortanforderungen und Zielgruppen.
  4. Online-Präsenz aufbauen: Patienten suchen Zahnärzte zunehmend online. Eine professionelle Website und gute Google-Bewertungen sind wichtig.
  5. Berufs- und Betriebshaftpflicht mit Ärzteversichert absichern: Zahnarztpraxen haben spezifische Haftpflicht- und Praxisausfallrisiken.

Quellen:

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