Nicht jede Versicherung ist für Zahnärzte gleich relevant. Einige Produkte werden aktiv vermarktet, bieten aber für die spezifische Situation in einer Zahnarztpraxis keinen substanziellen Mehrwert und können gestrichen werden, ohne relevante Risiken einzugehen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Glasbruchversicherungen sind für Zahnarztpraxen mit modernen Fenstern meist redundant, wenn die Inhaltsversicherung bereits Vandalismusschäden abdeckt
- Eine separate Rechtsschutzversicherung für Verkehrsrecht ist für Zahnärzte ohne Außendienst-Tätigkeit in der Regel verzichtbar
- Unfallversicherungen mit sehr geringer Versicherungssumme, die keine Invaliditätsprogression enthalten, bieten für gut verdienende Zahnärzte oft keinen ausreichenden Schutz und sollten entweder aufgewertet oder durch eine BU-Versicherung ersetzt werden
Ausführliche Antwort
Für Zahnärzte als Praxisinhaber gibt es einen Kernbestand unverzichtbarer Versicherungen: Berufshaftpflicht (Deckungssumme mindestens 3 Millionen Euro), Praxisinhaltsversicherung inklusive Elektronikversicherung für zahnmedizinische Geräte, Berufsunfähigkeitsversicherung und Altersvorsorge über das Versorgungswerk. Dazu kommen PKV und ggf. Praxisgebäudeversicherung. Alles andere ist auf Notwendigkeit zu prüfen.
Als verzichtbar einzustufen sind: Reisegepäckversicherungen (geringe Entschädigungssummen, viele Ausschlüsse), Brillenversicherungen (Kosten stehen selten in Relation zur Prämie), eigenständige Handy- oder Technikversicherungen (wenn bereits durch Inhaltsversicherung abgedeckt) und Sterbegeldversicherungen aus dem Vertretervertrieb (Leistung ist oft minimal im Verhältnis zur Prämiensumme). Für Zahnarztpraxen ohne große Fahrzeugflotte ist auch ein separates Flottenprodukt oft überflüssig.
Auf der anderen Seite sollten Zahnärzte nicht auf eine gute Cyber-Versicherung verzichten, da die Praxisverwaltungssoftware und Patientendaten ein attraktives Ziel für Hackerangriffe sind. Ebenso ist eine D&O-Versicherung (Directors & Officers) für Zahnärzte, die in einer BAG oder MVZ-Struktur Leitungsfunktionen innehaben, durchaus sinnvoll.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Das Einsparen bei unwichtigen Versicherungen sollte nicht dazu führen, dass wichtige Risiken wie Berufsunfähigkeit oder Berufshaftpflicht unterversichert bleiben. Ärzteversichert analysiert für Zahnärzte den bestehenden Versicherungsbestand auf Lücken und Redundanzen und erstellt ein schlankes, bedarfsgerechtes Konzept ohne unnötige Doppeldeckungen.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Übersicht Versicherungsarten
- BaFin – Verbraucherschutz Versicherungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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