Wenn Assistenzärzte zur Fachärztin oder zum Facharzt befördert werden oder in eine Oberarztstelle wechseln, ändert sich nicht nur das Gehalt, sondern auch der Versicherungsbedarf. Eine höhere Einkommensstufe, veränderte Tätigkeiten und mehr Verantwortung erfordern eine Überprüfung aller relevanten Versicherungsverträge. Wer das versäumt, riskiert Unterversicherung bei wachsendem Haftungsrisiko.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • BU-Versicherung: Beförderung ist Anlass für Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung
  • Berufshaftpflicht: Höheres Verantwortungsniveau als Oberarzt kann höhere Deckungssummen erfordern
  • Einkommenserhöhung erlaubt höheres Krankentagegeld und angepasste Altersvorsorge-Beiträge

Ausführliche Antwort

Die wichtigste Versicherungsanpassung bei einer Beförderung betrifft die Berufsunfähigkeitsversicherung. Viele BU-Tarife enthalten eine sogenannte Nachversicherungsgarantie, die es erlaubt, die versicherte BU-Rente anlässlich bestimmter Lebensereignisse (Heirat, Geburt eines Kindes, Einkommenssteigerung, Beförderung) ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Assistenzärzte, die diese Option nicht nutzen, lassen wertvollen Schutz ungenutzt verfallen. Typisch ist eine Erhöhung der monatlichen BU-Rente um 500 bis 1.000 Euro ohne neue Gesundheitsfragen.

Das Krankentagegeld sollte an das neue Nettoeinkommen angepasst werden: Als Facharzt oder Oberarzt steigt das Bruttoeinkommen deutlich, und das Krankentagegeld sollte ab dem 43. Krankheitstag (nach Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber) das bisherige Nettoeinkommen abdecken. Auch private Unfallversicherungen mit einkommensabhängigen Invaliditätsleistungen sollten auf die neue Einkommensstufe angepasst werden.

Die Berufshaftpflicht ist bei angestellten Ärzten üblicherweise über den Arbeitgeber abgedeckt. Bei belegärztlicher Tätigkeit oder Gutachterarbeiten, die als Nebentätigkeit ausgeübt werden, ist aber eine eigene Police erforderlich, die bei einem Wechsel in höhere Verantwortungsstufen entsprechend aufgestockt werden muss.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte, die befördert werden, sollten innerhalb von drei Monaten alle Versicherungsverträge auf Anpassungsbedarf prüfen. Ärzteversichert bietet ein kostenloses Beförderungs-Checkup an, das alle relevanten Verträge auf Aktualität prüft und ggf. Nachversicherungsoptionen aktiviert.

Quellen und weiterführende Informationen

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