Die Beförderung zum Chefarzt ist der Karrierehöhepunkt für viele Klinikärzte und bringt neben erheblichen Einkommenssteigerungen auch neue Haftungsrisiken und Versicherungsbedürfnisse. Ein Chefarzt, der seinen Versicherungsschutz nicht entsprechend anpasst, setzt sich unnötigen finanziellen Risiken aus.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Berufshaftpflicht: Chefärzte tragen gesteigerte Verantwortung und benötigen höhere Deckungssummen
  • BU-Rente sollte auf das erhöhte Einkommen angepasst werden, Nachversicherungsgarantie nutzen
  • Risikolebensversicherung für Chefarztgehalt: Absicherung der Familie bei erheblich gestiegenem Einkommen

Ausführliche Antwort

Die Beförderung zum Chefarzt erhöht nicht nur das Gehalt (oft 150.000 bis 300.000 Euro brutto jährlich), sondern auch die Verantwortung und das Haftungsrisiko. Als leitender Arzt haftet der Chefarzt für die Organisation der Abteilung, für Fehler nachgeordneter Ärzte, die auf mangelnde Supervision zurückzuführen sind, und für die Einhaltung von Hygiene- und Qualitätsstandards. Die Berufshaftpflichtversicherung des Krankenhauses deckt in der Regel auch den Chefarzt ab, jedoch sollte die Deckungssumme geprüft werden.

Die BU-Versicherung muss bei einer Beförderung zum Chefarzt zwingend angepasst werden: Das gestiegene Einkommen erfordert eine höhere monatliche BU-Rente, um den Lebensstandard bei Arbeitsunfähigkeit aufrechtzuerhalten. Viele BU-Tarife bieten Nachversicherungsgarantien anlässlich von Beförderungen, die eine Erhöhung der versicherten Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erlauben. Diese Option sollte innerhalb der Meldefrist (typischerweise 3 bis 6 Monate nach der Beförderung) genutzt werden.

Für die Risikolebensversicherung gilt: Wer als Chefarzt Hauptverdiener der Familie ist und die Familie auf das erhöhte Einkommen angewiesen ist, sollte die Versicherungssumme entsprechend erhöhen. Als Faustformel gilt das fünf- bis zehnfache Jahreseinkommen als angemessene Absicherung. Eine Erhöhung der Risikolebensversicherungssumme ist ohne neue Gesundheitsprüfung möglich, sofern ein entsprechendes Nachversicherungsrecht im Vertrag vereinbart wurde.

Worauf Ärzte besonders achten sollten

Chefärzte sollten unmittelbar nach ihrer Beförderung alle bestehenden Versicherungsverträge auf Anpassungsbedarf prüfen. Ärzteversichert bietet einen kostenlosen Beförderungs-Check an, der alle relevanten Verträge auf aktuellem Stand hält und die Nachversicherungsoptionen koordiniert aktiviert.

Quellen und weiterführende Informationen

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