Allgemeinmediziner empfehlen ihren Patienten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, vernachlässigen aber häufig die eigene Gesundheitsvorsorge. Dabei sind gerade Allgemeinmediziner durch Patientenkontakt, Schichtarbeit und psychische Belastungen spezifisch gefährdet.
Hintergrund
Folgende Vorsorgeuntersuchungen sind für Allgemeinmediziner besonders empfehlenswert:
- Gesundheits-Check-up: Der allgemeine Check-up ab 35 Jahren (alle drei Jahre kostenlos in der GKV) sollte auch von Ärzten wahrgenommen werden. Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und Urin werden kontrolliert.
- Hautkrebs-Screening: Ab 35 Jahren alle zwei Jahre in der GKV. Allgemeinmediziner haben durch Sonnenschutzberatung ein erhöhtes Bewusstsein, sollten aber selbst regelmäßig überprüft werden.
- Krebsfrüherkennungsuntersuchungen: Darmkrebsvorsorge ab 50 (Koloskopie), Prostatakrebs-Früherkennung für Männer ab 45, Mammografie für Frauen ab 50.
- Impfstatus prüfen: Ärzte sind hepatitisgefährdet. Impfschutz gegen Hepatitis A und B, Influenza, COVID-19 und weitere Infektionskrankheiten regelmäßig überprüfen.
- Burnout-Prävention: Allgemeinmediziner leiden überdurchschnittlich häufig unter Burnout und Erschöpfungsdepression. Regelmäßige psychologische Selbstreflexion oder Supervision ist wichtig.
Praktische Hinweise für Ärzte
- Eigene Vorsorge nicht vernachlässigen: Ärzte sind häufig die schlechtesten Patienten ihrer eigenen Empfehlungen. Planen Sie Vorsorgeuntersuchungen fest im Kalender ein.
- Kollegiale Behandlung bevorzugen: Selbstdiagnose und Selbstbehandlung sind fehleranfällig. Lassen Sie sich von einem Kollegen außerhalb Ihrer eigenen Praxis untersuchen.
- Berufliche Risiken dokumentieren: Strahlendosen, Nadelstichverletzungen und Exposition gegenüber Gefahrstoffen sollten dokumentiert und regelmäßig ausgewertet werden.
- Psychische Gesundheit als Priorität: Ärzte haben hohe Burnout-Raten. Supervision, Peer-Support und Eigentherapie bei Bedarf sind wichtige präventive Maßnahmen.
- Berufshaftpflicht und BU überprüfen: Ärzteversichert hilft, den Versicherungsschutz bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit sicherzustellen und optimal zu gestalten.
Quellen:
- Bundesärztekammer, Gesundheit im Arztberuf: www.bundesaerztekammer.de
- Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin: www.dgaum.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung, Krebsfrüherkennung: www.kbv.de
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