Arbeitsmediziner sollten die gleichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, die sie ihren Patienten empfehlen: regelmäßige Checkup-Untersuchungen beim Hausarzt, Krebsfrüherkennungsuntersuchungen entsprechend dem Alter sowie spezifische arbeitsmedizinische Vorsorgen, sofern eigene Expositionen vorliegen. Gerade weil Arbeitsmediziner täglich über Prävention informieren, ist die konsequente Eigenvorsorge ein wichtiges Zeichen der Glaubwürdigkeit.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Gesetzlicher Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren alle drei Jahre beim Hausarzt nutzen
- Krebsfrüherkennung entsprechend Alter und Geschlecht nach Krebsfrüherkennungs-Richtlinie
- Eigene Gefährdungsbeurteilung beachten: biologische Arbeitsstoffe, Lärm, Nadelstichverletzungsrisiko
Ausführliche Antwort
Arbeitsmediziner sind beruflich mit Gefährdungsbeurteilungen, Vorsorgeuntersuchungen und der Beratung zu Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz vertraut. Umso wichtiger ist es, dass sie ihre eigene Gesundheitsvorsorge nicht vernachlässigen. Der GKV-finanzierte Gesundheits-Check-up ab 35 Jahren bietet eine gute Basisuntersuchung zu kardiovaskulären Risikofaktoren, Blutzucker und Cholesterin. Arbeitsmediziner in eigener Praxis oder im Betrieb sollten diesen Termin aktiv wahrnehmen.
Darüber hinaus gelten für Arbeitsmediziner, die selbst Patientenkontakt haben oder in Betrieben mit biologischen Gefährdungen tätig sind, die Vorsorgepflichten der ArbMedVV (Arbeitsmedizinische Vorsorgeverordnung). Hepatitis-B-Impfschutz, Tuberkulose-Status und gegebenenfalls G 42-Vorsorge (Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen) sind auch für den Arzt selbst relevant. Lärmbelastung in industriellen Betrieben macht eine audiometrische Vorsorge sinnvoll.
Psychische Gesundheit sollte nicht vernachlässigt werden: Arbeitsmediziner haben häufig hohe Fallzahlen und administrative Belastungen. Burnout-Prävention und strukturierte Erholung sind auch für Ärzte keine Selbstverständlichkeit.
Worauf Ärzte besonders achten sollten
Arbeitsmediziner, die als Selbstständige tätig sind, haben keine automatische betriebliche Gesundheitsvorsorge. Ärzteversichert empfiehlt, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen, die bei längerer Erkrankung das Einkommen absichert, da die Versorgungswerkrente bei kurzen Ausfällen nicht greift.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – ArbMedVV
- Bundesärztekammer – Arbeitsmedizin und Betriebsmedizin
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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